Die Gemeinde - der Schlüssel zur Weltmission



Die Gemeinde - Schlüssel zur Weltmission

Jesus hält den Schlüssel zur Weltmission in seiner Hand. Durch seinen Tod und seine Auferstehung ist es möglich, dass Menschen aller Nationen gerettet werden. Jesus ist es, der seine Gemeinde baut und ans Ziel bringt. Er sorgt dafür, dass alle Völker, Stämme und Sprachen das Evangelium gehört haben werden, bevor er wiederkommt (Matth. 24,14). Doch diesen Auftrag führt er nicht allein aus. Er setzt auch nicht Spezialisten dafür ein. Der Auftrag gilt allen seinen Nachfolgern, seiner Gemeinde (Apg. 1,8). Jeder, der ihm gehört, kann dazu beitragen. Unser ganz normaler (Gemeinde ) Alltag erhält dadurch weltweite Auswirkungen. Mehr als zwei Milliarden Menschen haben noch nie von Jesus gehört. Rund 4000 dringende Bitten um Missionare/ innen liegen uns als DMG von Seiten unserer Partnerwerke und einheimischer Kirchen vor. Viel mehr werden weltweit benötigt. Wo sollen diese Missionare herkommen?


Die "Geburt" des Missionars

Missionare fallen nicht vom Himmel, sie "reifen" in bibeltreuen Gemeinden heran. Biblische Gemeindearbeit hat deshalb immer direkte Auswirkungen auf die weltweite Missionsarbeit. Missionar kann nur werden, wer erkannt hat, dass Jesus Christus für ihn gestorben ist, wer ihm seine Lebensschuld bekennt, die Vergebung der Sünden in Anspruch nimmt und Jesus die Herrschaft über alle seine Lebensbereiche gibt. Das muss in der Gemeinde verkündigt werden. Dazu muss echte Hilfestellung geleistet werden. In Gemeinden, denen wichtig ist, dass Menschen (von Kindem bis zu Senioren) eine persönliche Beziehung zu Jesus bekommen, wird man das in der Verkündigung, den Gebeten und Aktivitäten spüren. Einer solchen Gemeinde ist es ein Anliegen, dass immer wieder Menschen gerettet werden und zum lebendigen Glauben an Jesus Christus finden.


Die Ausbildung und erste Schritte

Die Ausbildung neuer Missionare beginnt nicht am Tag des Eintritts in die theologische Ausbildungsstätte oder das Missionswerk. Nein, sie beginnt mit seiner Hinwendung zu Jesus und dem verbindlichen Engagement in einer Gemeinde! Gibt es ein besseres Trainingsfeld als die eigene Gemeinde? Hier sollte der neue Christ die Bibel als Gottes unfehlbares Wort kennen und lieben lernen. Hier kann er durch seine Mitarbeit bei verschiedenen Aufgaben lernen, wo seine Begabungen und Grenzen liegen. Im Umfeld der Gemeinde übt er, zusammen mit anderen, das Evangelium weiterzugeben. Gleichzeitig kann er lernen, sich unterzuordnen und Verantwortung zu übernehmen, mit anderen auszukommen und zusammenzuarbeiten auch mit Menschen, die er sich nicht selbst ausgesucht hat. Im kulturüberschreitenden Dienst und im Team mit Missionaren anderer Nationen werden genau diese Eigenschaften dringend benötigt. Es sind wichtige Voraussetzungen für den Missionsdienst.

Jeder Christ, der sich in seiner Gemeinde für andere einsetzt, kann also entscheidend an der Vorbereitung und Ausbildung künftiger Missionare beteiligt sein! Selbst dann, wenn er seinen eigenen Ort vielleicht nie verlässt. Ist uns das im Alltag bewusst? Das Kind, das uns in der Kinderstunde anvertraut ist, der Jugendliche aus unserem Jugendkreis, das gemeinsame Bibellesen mit jemandem, der zu Jesus gefunden hat, und der Einsatz mit ihm in verschiedenen Gemeindediensten wer weiß, welche Grundlagen gerade hier für das Leben eines Menschen gelegt werden, der uns heute anvertraut ist, und wozu er von Gott gebraucht wird!


Berufung und Sendung

Auch Berufung in die Mission ist nicht in erster Linie Privatangelegenheit des potentiellen Missionars, seine Sendung nicht zuerst Sache des Missionswerks: Beides gehört in die örtliche Gemeinde! Je mehr sie ihren Gesamtauftrag sieht, vor Ort und weltweit Gemeinde Jesu mitzubauen, desto mehr wird es ihr ein Anliegen, den weltumfassenden Blick dafür in Lehre und Praxis zu fördern. Mission kann aktiver, natürlicher Bestandteil des Gemeindelebens werden in Verkündigung, im evangelistischen Einsatz, durch Freundschaft mit ausländischen Gästen, durch Information und Gebet für Weltmission und im Einladen von Missionaren.

Wenn in einer Gemeinde deutlich wird, dass jeder, der sich retten ließ, ganz Jesus gehört, und dass Christus entscheidet, wo er lebt und was er tut; wenn klar ist, dass Mission fester Bestandteil und Aufgabe der Gemeinde ist, dann können immer mehr Gemeindeglieder Mission vor Ort und weltweit zu ihrem Anliegen machen. Sie werden sich auch vermehrt am Beten und Geben beteiligen... Und Gott wird in der Gemeinde den Wunsch wachsen lassen, dass auch aus ihrer Mitte bewährte und befähigte Mitarbeiter als Missionare ausgesandt werden. Dabei kann Gott auch den Verantwortlichen und Mitarbeitern klar werden lassen, wer das sein könnte.

Und die, die gehen möchten, stehen dann mit ihren Fragen nicht allein da. Sie finden in der Gemeinde Rat, Hilfe, Korrektur und Begleitung. In einem englischen "Handbuch für Gemeinde und Mission" heißt es: "Ein Einzelner kann seine Bereitschaft, zu gehen, zum Ausdruck bringen. Andere werden über seine Fähigkeit entscheiden. Der Einzelne mag frei sein zu gehen, aber nur seine Gemeinde weiß, ob er der Richtige ist." Das weist auf die große Verantwortung der Gemeinde hin. Es ist wichtig, dass sich ihre verantwortlichen Mitarbeiter über Weltmission, die Anforderungen an einen Missionar, Ausbildungsmöglichkeiten und Fragen der seelsorgerlichen Begleitung informieren. Dann finden diejenigen, die sich fragen, ob sie sich senden lassen sollten, schon in der eigenen Gemeinde kompetente Hilfe und Betreuung.

Eines ist klar: Jesus beruft immer nur solche, die ihm schon dienen (Apg. 13,2). Dieser Dienst findet im Rahmen der Gemeinde statt. Die, die von ihr gesandt werden, bleiben Mitarbeiter der Gemeinde. Sie nehmen ihren Missionsdienst als Gesandte der Gemeinde und in Verantwortung ihr gegenüber wahr.


Begleitung von Missionaren im Einsatz

Diese Verbundenheit drückt sich auch durch kleine Zeichen der Liebe aus, die den Missionar ermutigen: Ein kurzer Brief, ein E Mail, die Zusendung der Gemeindenachrichten, eine Kassette der Predigt vom vergangenen Sonntag, ein Video, auf dem Gemeindeglieder den Missionar grüßen und am (Gemeinde ) Alltag teilnehmen lassen, eine Bastelarbeit der Kindergruppe, das Foto der Jungschar.. Solche kleinen Zeichen können große Wirkung haben. Vielleicht erreichen sie den Missionar in einem Moment, in dem er Ermutigung besonders braucht. Lassen Sie ihn wissen, dass er nicht vergessen ist.

Wie schön, wenn diese Zeichen nicht mit der Entfernung von zu Hause und den Jahren, die seit dem letzten Heimataufenthalt vergingen, weniger werden. Dazu sollte der Missionar selbst natürlich auch beitragen, etwa durch Gebet für seine Heimatgemeinde. Seine Berichte und persönlichen Briefe können die Gemeinde ermutigen und herausfordern. Ob der Missionar in Krisenzeiten standhält, hängt auch damit zusammen, ob schon vor seiner Sendung ein transparentes, seelsorgerliches Verhältnis zwischen seiner Gemeinde und ihm aufgebaut wurde. Dann kann er vom Missionsfeld offen von seinen Fragen, Zweifeln, Nöten, Kämpfen und Niederlagen schreiben und im Heimatdienst darüber berichten, ohne befürchten zu müssen, dass seine Gemeinde "aus allen Wolken fällt" und ihn Jallen lässt".


"Außendienst Mitarbeiter" der Gemeinde

Und wie ermutigend, wenn der Missionar schon vor dem Heimataufenthalt spürt: "Meine Gemeinde erwartet mich und freut sich auf mich." Vielleicht hat sie sogar eine Wohnung für diese Zeit gefunden. Wie befreiend, wenn er erlebt, dass sein Wert nicht an "Erfölgsberichten" gemessen wird. Sein Dienst ist ja der "Außendienst" der Gemeinde, seine Freude die der Gemeinde aber seine Nöte und Enttäuschungen sind auch die der Gemeinde. So kann die Zeit im Heimataufenthalt eine Ermutigung zur erneuten Ausreise sein: "Ich gehe neu gestärkt (durch die Zeit in der Gemeinde, die Erholung, Seelsorge und Weiterbildung) stellvertretend für meine Gemeinde in mein Einsatzland.

Und schließlich hat der Gemeindealltag in der Heimat auch Einfluss auf den Gemeindebau im Einsatzland. Denn: Wie Missionare ihren Dienst im Einsatzland tun, wie sie Menschen, denen sie dienen wollen, begegnen, und wie sie vor Ort Gemeinde bauen, hängt entscheidend von der Prägung in ihrer Heimatgemeinde ab. Nur was wir selbst empfangen, können wir auch an andere weitergeben (2. Tim. 2,2).


Wir sind gefragt

Manches, was hier angedeutet wurde, scheint uns noch weit entfernt von unserem Gemeindealltag. Doch wer kein Ziel hat, kann es nicht erreichen.
- Warum nicht bei mir selbst anfangen?
- Bin ich fest in einer lebendigen Gemeinde verankert?
- Bringe ich mich mit meinen Gaben ein?
- Helfe ich, dass Mission zum organischen Bestandteil meiner Gemeinde wird?
- Bete ich darum?
- Habe ich Jesus im Gebet schon meine Bereitschaft signalisiert, andere mit auszusenden oder selbst gesandt zu werden?
- Haben wir als Gemeinde den Wunsch, dass Weltmission bei uns vom Randthema zum Kerntherna wird?
- Wie kann es dazu kommen, dass Mission nicht "exotische Beigabe" des Jahresprogramms, sondern natürliches Anliegen von immer mehr Gemeindegliedern wird?
- Ist es uns als Leitungskreis der Gemeinde ein Anliegen, jungen Menschen zu helfen, ihre Berufung zu erkennen?
- Wünschen wir, dass jeder Kreis der Gemeinde neu seine Bedeutung für die lokale Arbeit und seine Möglichkeit zur Mitarbeit an der Weltmission erkennt und dadurch auch neue Motivation und Herausforderung erfährt?


Wir wollen Ihnen helfen...

Als »Deutsche Missionsgemeinschaft« möchten wir Ihnen motivierend und begleitend zur Seite stehen. Gerne kommen wir in Ihre Gemeinde zum Gespräch mit dem Leitungskreis, einem Seminar für die Gemeinde oder einem Bericht aus der Weltmission. Unser Wunsch ist, dass viele erkennen: ja, der ganz normale Gemeindealltag kann tatsächlich dazu beitragen, dass Weltmission gefördert wird, Missionare geprägt, ausgesandt und begleitet werden und Gemeinde Jesu weltweit gebaut wird! Das möchten wir neu als Gemeinde entdecken. Dadurch werden wir selbst am meisten beschenkt, ermutigt und motiviert. Die Gemeinde ist der Schlüssel zur Weltmission!

Copyright (C) 2001 by Gerald Häde



Deutsche Missionsgemeinschaft,
Buchenauerhof,
D-74889 Sinsheim,
Tel. (0 72 65) - 95 90    FAX: (0 72 65) - 95 91 09
Email: DMG@DMGint.de
Internet: http://www.DMGint.de

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Letzte Änderung: 30.01.2017
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