Die Osterharmonie - Chronologie der Ereignisse von OsternKarl-Heinz Vanheiden [ 1 ] Das Ereignis der AuferstehungDie Geschichte von der Auferstehung des Herrn Jesus Christus beginnt mit der Entdeckung des leeren Grabes. Alle vier Evangelisten berichten davon.
Die Chronologie der AuferstehungAm Sonntagmorgen, als es noch dunkel war, verließen Maria aus Magdala und Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und Joseph (Mk 15,47), den Ort, wo sie übernachtet hatten und machten sich auf den Weg zum Grab. Vielleicht haben die beiden Frauen außerhalb von Jerusalem in Betanien übernachtet und mussten daher zuerst aufbrechen (Mt 28,1; Mk 16,1).
Mt 28,1 Am Sonntagmorgen in aller Frühe gingen Maria Magdalena und die andere Maria hinaus zum Grab. Mk 16,1 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria von Magdala, Salome und Maria, die Mutter von Jakobus, wohlriechende Öle, um den Leichnam einzubalsamieren. 2 Früh am Sonntagmorgen, gerade als die Sonne aufging, machten sie sich auf den Weg zum Grab. Unterwegs stieß Salome zu ihnen, mit der zusammen sie schon am Freitagabend Balsam und Salben vorbereitet hatten und am Samstagabend noch wohlriechende Öle dazu gekauft hatten. Diese Öle wollten sie als Zeichen ihrer Verehrung über den mit Tüchern eingewickelten Leichnam gießen (Lk 23,56; Mk 16,1).
Mk 16,1 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria von Magdala, Salome und Maria, die Mutter von Jakobus, wohlriechende Öle, um den Leichnam einzubalsamieren. Auf dem Weg zum Grab schlossen sich ihnen noch andere Frauen an, unter denen sich auch Johanna, die Frau des Chuza (Lk 8,3), eines Verwalters von Herodes, befand (Lk 24,10). So waren ganz in der Frühe insgesamt mindestens fünf Frauen zum Grab unterwegs (Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus und Joseph, Salome, Johanna, die Frau des Chuza, N.N.). Miteinander überlegten sie, wie sie den Stein vom Grab wegbekommen sollten (Mk 16,3), denn sie wussten nicht, dass das Grab inzwischen versiegelt und mit einer Wache gesichert worden war (Mt 27,62-66). Im Gegensatz zu den führenden Priestern und Pharisäern hatten sie die Sabbatruhe eingehalten und waren nicht zum Grab gegangen.
Mt 27,62 Am nächsten Tag - dem ersten Tag des Passahfestes - gingen die obersten Priester und Pharisäer zu Pilatus. 63 Sie sagten zu ihm: "Herr, uns ist eingefallen, dass dieser Verführer, als er noch lebte, einmal gesagt hat: 'Nach drei Tagen werde ich von den Toten auferweckt.' 64 Wir möchten dich deshalb bitten, das Grab bis zum dritten Tag versiegeln zu lassen. Das wird seine Jünger daran hindern, zurückzugehen und seinen Leichnam zu stehlen, um dann allen zu sagen, er sei wieder lebendig! Denn wenn das geschieht, wird der Betrug noch schlimmer sein als vorher." 65 Pilatus erwiderte: "Nehmt Wachen mit und sichert das Grab, so gut ihr könnt." 66 Also versiegelten sie das Grab und stellten Wachen auf, die es schützen sollten. Lk 24,9f Sie liefen schnell zurück, um den elf Jüngern - und allen anderen - zu berichten, was geschehen war. 10 Die Frauen, die zum Grab gegangen waren, waren Maria Magdalena, Johanna und Maria, die Mutter von Jakobus und mehrere andere. Sie erzählten den Aposteln, was geschehen war. Als sie noch unterwegs waren, begann plötzlich die Erde heftig zu beben. Wir wissen nicht, ob die Frauen etwas davon mitbekommen haben. Jedenfalls berichtet Matthäus, dass ein Engel vom Himmel gekommen und zum Grab getreten war. Er wälzte den versiegelten Stein weg und setzte sich darauf (Mt 28,2). Die Wächter standen Todesängste aus. Vor Entsetzen stürzten sie ohnmächtig zu Boden und flüchteten, sobald sie wieder zu sich gekommen waren, in die Stadt (Mt 28,4). Der Engel wurde daraufhin offenbar wieder unsichtbar, vielleicht um für die Frauen nicht schon von fern sichtbar zu sein und sie so wie die Soldaten zu erschrecken.
Als die Frauen am Grab eintrafen, das außerhalb von Jerusalems Stadtmauern lag, ging gerade die Sonne auf. Verblüfft stellten sie fest, dass der große schwere Stein vom Eingang weggerollt war (Mk 16,4).
Joh 20,1 Früh am ersten Tag der Woche, als es noch dunkel war, kam Maria Magdalena zum Grab und fand den Stein vom Eingang weggerollt. 2 Sie lief zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und sagte: "Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingebracht haben!" Die anderen Frauen betraten jetzt die Grabkammer, um nach dem verschwundenen Leichnam zu suchen. Da sahen sie auf der rechten Seite einen jungen Mann in weißem Gewand sitzen. Der Engel stand auf und forderte die Frauen auf, sich die Stelle, wo Jesus gelegen hatte, näher anzusehen. Als er aufstand, erschien auch der andere stehende Engel. Beide redeten die Frauen an und schickten sie mit der Auferstehungsbotschaft zu den Jüngern. Die Jünger sollten ihren auferstandenen Herrn in Galiläa treffen (Mk 16,5-7; Mt 28,5ff).
Mt 28,5ff Der Engel sprach die Frauen an. "Habt keine Angst!", sagte er. "Ich weiß, ihr sucht Jesus, der gekreuzigt wurde. 6 Er ist nicht hier! Er ist von den Toten auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht, wo sein Leichnam gelegen hat. 7 Und nun geht und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist und ihnen nach Galiläa vorausgeht. Dort werdet ihr ihn sehen. Merkt euch, was ich euch gesagt habe." Zitternd vor Furcht und Entsetzen verließen die Frauen die Grabkammer und liefen davon. Sie hatten solche Angst, dass sie unterwegs niemand etwas von ihrem Erleben erzählten. Gleichzeitig waren sie auch voller Freude über die Nachricht, dass ihr Herr auferstanden war. So schnell sie konnten, eilten sie in die Stadt zurück und berichteten allen Jüngern, was sie erlebt hatten. Doch die glaubten ihnen nicht (Mt 28,8; Mk 16,8; Lk 24,9+11).
Mk 16,8 Zitternd vor Angst und Bestürzung flohen die Frauen aus dem Grab. Sie redeten mit niemandem darüber, so sehr fürchteten sie sich. Lk 24,9-11 Sie liefen schnell zurück, um den elf Jüngern - und allen anderen - zu berichten, was geschehen war. 10 Die Frauen, die zum Grab gegangen waren, waren Maria Magdalena, Johanna und Maria, die Mutter von Jakobus und mehrere andere. Sie erzählten den Aposteln, was geschehen war, 11 doch für diese klang die Geschichte völlig unsinnig, deshalb glaubten sie ihnen nicht. Während die Frauen noch auf dem Weg waren, berichteten einige Soldaten der Wachmannschaft den führenden Priestern, was geschehen war. Die trafen sich sogleich mit den Ältesten zur Beratung und beschlossen, die Wache zu bestechen (Mt 28,11-15).
Inzwischen waren Petrus und Johannes auf die Botschaft der Maria aus Magdala hin zum Grab gerannt, um sich von dem Gesagten zu überzeugen. Johannes, der als erster an der Grabhöhle war, riskierte zunächst nur einen Blick und sah die Leintücher. Als Petrus auch angekommen war, gingen sie hinein und sahen die Leinenbinden und das Tuch, das man dem Toten um den Kopf gewickelt hatte, extra liegen.
Joh 20,1-10 Früh am ersten Tag der Woche, als es noch dunkel war, kam Maria Magdalena zum Grab und fand den Stein vom Eingang weggerollt. 2 Sie lief zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und sagte: "Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingebracht haben!" 3 Petrus und der andere Jünger liefen zum Grab, um nachzusehen. 4 Der andere Jünger lief schneller als Petrus und kam als Erster an. 5 Er beugte sich vor, um hineinzuschauen, und sah die Leinentücher daliegen, aber er ging nicht hinein. 6 Dann kam Simon Petrus und ging in die Grabhöhle hinein. Auch er sah die Leinentücher dort liegen; 7 das Tuch, das den Kopf von Jesus bedeckt hatte, lag zusammengefaltet auf der Seite. 8 Da ging auch der andere Jünger hinein, und er sah und glaubte - 9 denn bis dahin hatten sie die Aussage der Schrift nicht verstanden, dass Jesus von den Toten auferstehen würde. 10 Dann gingen sie nach Hause zurück. Maria aus Magdala, die den beiden Jüngern langsam gefolgt war, verweilte noch länger an der Grabhöhle und weinte, denn sie glaubte immer noch, dass jemand den Leib ihres Herrn weggenommen hatte. Als sie dann noch einmal ins Grab hinein schaute, sah sie zwei Engel in weißen Gewändern auf der Felsenbank sitzen, wo der Leichnam gelegen hatte. Die fragten sie, warum sie weine. Während sie ihnen Auskunft gab, bemerkt sie hinter sich eine Person und wandte sich kurz nach ihr um, weil sie glaubte, es sei der Gärtner. Erst nachdem Jesus sie mit Namen ansprach, drehte sie sich ganz um und erkannte den Auferstandenen. Damit war sie die erste Person, der sich der auferstandene Herr offenbart hatte (Joh 20,11-18; Mk 16,9).
Mk 16,9 Jesus war am frühen Sonntagmorgen von den Toten auferstanden und erschien zuerst Maria von Magdala, die er von sieben Dämonen befreit hatte. Maria ging zu den Jüngern und erzählte ihnen, was Jesus zu ihr gesagt hatte, doch sie glaubten ihr nicht (Mk 16,10f; Joh. 20,18).
Joh 20,18 Maria Magdalena fand die Jünger und erzählte ihnen: "Ich habe den Herrn gesehen!" Dann berichtete sie, was er ihr aufgetragen hatte. Am gleichen Tag erschien der Auferstandene auch den anderen Frauen, die zuerst am Grab die Engel getroffen hatten und sich dann auf den zu den Jüngern gemacht hatten. Jesus wiederholte den Auftrag, den ihnen schon die Engel gegeben hatten, dass die Jünger nach Galiläa kommen sollten (Mt 28,9f).
Noch vor dem Abend erschien der Herr auch dem Petrus (Lk 24,34).
Dann erschien der Auferstandene den beiden Jüngern, die gegen Abend nach Emmaus unterwegs waren und erklärte ihnen die messianischen Weissagungen des Alten Testaments. Sie erkannten ihn zunächst nicht, luden ihn aber zu sich nach Hause ein. Als er am Beginn der Abendmahlzeit vor ihren Augen verschwand, brachen sie unverzüglich auf und kehrten wieder nach Jerusalem zurück (Lk 24,13-35).
Es könnte sein, dass einige der Jünger in Jerusalem inzwischen von der Auferstehung des Herrn überzeugt waren. Als die Emmaus-Jünger nämlich am späten Abend hereinkamen, wurden sie mit den Worten empfangen: "Der Herr ist tatsächlich auferstanden. Er ist dem Simon erschienen." Doch einige von den Anwesenden glaubten offenbar auch dann noch nicht, als die beiden aus Emmaus ihre Erlebnisse berichteten (Mk 16,13).
Plötzlich erschien der Auferstandene selbst in ihrer Mitte, obwohl sie die Türen verschlossen hatten, und grüßte sie mit "Schalom". Doch sie waren starr vor Schreck, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: "Wie kommt es, dass solche Zweifel in euren Herzen aufsteigen? Schaut euch meine Hände und meine Füße an: Ich bin es wirklich! Berührt mich und überzeugt euch selbst!" Dann aß er vor ihren Augen ein Stück gebratenen Fisch, um ihnen zu beweisen, dass er kein Geist sei. Er zeigte ihnen seine Hände und seine Seite und schalt sie, weil sie denen nicht hatten glauben wollen, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Da warfen sie sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. (Lk 24,36ff; Mk 16,14; Joh 20,19-23).
Mk 16,14 Später erschien er den elf Jüngern, während sie gemeinsam aßen. Er rügte ihren Unglauben, ihre hartnäckige Weigerung, denen zu glauben, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Joh 20,19-23 Am Abend dieses ersten Tages der Woche trafen die Jünger sich hinter verschlossenen Türen, weil sie Angst vor den Juden hatten. Plötzlich stand Jesus mitten unter ihnen! "Friede sei mit euch", sagte er. 20 Und nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Freude erfüllte die Jünger, als sie ihren Herrn sahen. 21 Wieder sprach er zu ihnen und sagte: "Friede sei mit euch. Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich euch." 22 Dann hauchte er sie an und sprach: "Empfangt den Heiligen Geist. 23 Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben. Wem ihr sie nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben." KommentarSoviel zum Geschehen am ersten Ostertag. Etwa in dieser Reihenfolge mit einigen leichten Variationen könnte es geschehen sein.
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Der Autor, Karl-Heinz Vanheiden, ist im Reisedienst der Brüdergemeinden und als Lehrer an der Bibelschule Burgstädt und als Verlagsleiter des Bibelbund-Verlages und Schriftleiter von "Bibel und Gemeinde" tätig.
| zum Textbeginn | Copyright (C) 2004 by Karl-Heinz Vanheiden Alle Rechte vorbehalten. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung. Dieser Artikel erschien zuerst in der Zeitschrift PERSPEKTIVE Nr. 04/2004 E-Mail: perspektive@christ-online.de Dieses Papier ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt. URL: http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/osterharmonie.html Ins Netz gesetzt am 22.03.2005; letzte Änderung: am 17.04.2023 Home | Links | Downloads | Webmaster |