Die 5 Säulen des Islam

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Neben den "6 Glaubensgrundsätzen" spielen die sogenannten "5 Säulen des Islam" eine wichtige Rolle im alltäglichen Leben eines Moslems.

Die »5 Säulen« des Islam sind:

  1. Das Bekenntnis (Shahada): "Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet."
  2. Das Gebet (Salat): Fünfmal täglich (Ritualgebet)
  3. Das Almosen (Zakat): Steuer, die den Bedürftigen zugute kommt
  4. Das Fasten (Saum): Fastenmonat Ramadan (9. Monat)
  5. Die Pilgerreise (Hadsch): Reise nach Mekka; mindestens einmal im Leben (ein Vertreter der Familie)

Die 5 Säulen gehen auf einen Ausspruch Mohammeds zurück, der in der Hadith-Sammlung von Al-Bukhari überliefert ist (Sahih al-Bukhari Hadith 1.2.7).

    Erzählt von Ibn Umar: »Der Gesandte Allahs sagte: ”Der Islam wurde auf fünf (Säulen) errichtet:
    1) dem Zeugnis, daß keiner angebetet werden darf außer Allah und daß Mohammed der Gesandte Allahs ist,
    2) dem hingebungsvollen und genau vorgeschriebenen Verrichten des Gebetes,
    3) dem Entrichten der Zakat,
    4) der Pilgerfahrt
    5) dem Fasten im Monat Ramadan.“«

Jede dieser Handlungen ist nur dann gültig, wenn zuvor die Absicht (nija) dazu erklärt worden ist.

Nach islamischen Verständnis übt der, der diese fünf Pflichten erfüllt, die islamische Religion auf vollständige Weise aus.




Das Glaubensbekenntnis (Shahada)

  • Eigentlich das Bekenntnis der Gläubigkeit.
  • Es lautet: "La illah illa Allah wa Muhammad rasul Allah".
    1. la illah = (es gibt) keinen Gott (la = Verneinungsform)
    2. illa Allah = (außer) Allah
    3. we Muhammad = und Mohammed
    4. Rasul Allah = (ist der) Gesandte Allahs (Rasul = Gesandte, Prophet)
    5. --> "Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet."

  • Das Bekenntnis muß auf arabisch gesprochen werden.
    • Es sind die ersten Worte, die einem Kind nach der Geburt in Ohr geflüstert werden.
    • Es sind die letzten Worte, die ein Muslim im Sterben haucht.
  • Jeder gläubige Muslim betet es viele Male am Tag.
  • Der Muezzin ruft es vom Minarett.

  • Jeder, der es hörbar vor mindestens zwei islamischen Zeugen ausspricht, wird in die Gemeinschaft des Islam aufgenommen. (Auch wenn das Glaubensbekenntnis nur aus voller innerer Überzeugung Gültigkeit hat, sollten Sie nie auch nur zum Spaß diese Glaubensbekenntnis vor Muslimen aussprechen! Es gibt einige Muslime, die große Freude daran haben, sollte sie einen Christen dazu überreden können, die Shahada auszusprechen.)


  • Wer das Bekenntnis ausspricht, der anerkannt stillschweigend drei weitere Glaubensartikel:
    1. Den Glauben an den Koran als das Wort Allahs
    2. Den Glauben an die Engel als Boten Allahs
    3. Den Glauben an einen Tag des Jüngsten Gerichts für alle Menschen

  • Das Glaubensbekenntnis beinhaltet das Bekenntnis an die Einzigartigkeit und Allmacht Allahs.
    • Das Bekenntnis zu Allah und zu seinem Propheten steht an der Spitze der Pflichten des Muslim.


  • Der Glaube an Mohammeds Sendung
    • Mohammed ist nach islamischem Verständnis einer der fünf großen Propheten Allahs.
    • Die 5 großen Propheten sind:
      1. Adam
      2. Noah
      3. Abraham
      4. Jesus
      5. Mohammed
    • Mohammed ist der letzte Prophet und damit der eigentliche Gesandte Allahs.


  • Koranstellen: Sure 112,1-4; Sure 4,172; Sure 2,256;
    • 112:1-4 Im Namen des barmherzigen und gnädigen Allahs. 1 Sag: Er ist Allah, ein Einziger, 2 Allah, durch und durch er selbst. 3 Er hat weder gezeugt, noch ist er gezeugt worden. 4 Und keiner ist ihm ebenbürtig.

      4:172 Christus wird es nicht verschmähen, ein bloßer Diener Allahs zu sein, auch nicht die Allah nahestehenden Engel. Und wenn einer es verschmäht, Allah zu dienen, und zu hochmütig dazu ist hat das nichts zu bedeuten. Er wird die Menschen dereinst alle zu sich versammeln.

      2:256 In der Religion gibt es keinen Zwang. Der rechte Weg des Glaubens ist durch die Verkündigung des Islam klar geworden, so daß er sich vor der Verirrung des heidnischen Unglaubens deutlich abhebt. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hält sich damit an der festesten Handhabe, bei der es kein Reißen gibt. Und Allah hört und weiß alles.


Das rituelle Gebet (Salat)

  • Es wird 5x am Tag gesprochen (Sahih Muslim, Hadith Nr. 612):
    1. als Morgengebet, wenn das Morgenrot erstrahlt,
    2. als Mittagsgebet, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat,
    3. als Nachmittagsgebet, wenn die Schatten der Gegenstände größer sind als die Gegenstände selbst,
    4. als Sonnenuntergangsgebet, wenn die Sonne am Horizont entschwunden ist,
    5. als Abendgebet, nach dem letzten Abendrot beim Beginn der Nacht (ca. 2 Stunden nach Sonnenuntergang).

  • Den schiitischen Muslimen ist es erlaubt, das Mittags- und Nachmittagsgebet sowie das Abend- und Nachtgebet zusammenzulegen, so daß sie de facto nur dreimal am Tag beten müssen. Bei den Sunniten ist das Zusammenlegen der Gebete jedoch nicht erlaubt.


  • Voraussetzung für das Gebet sind die rituelle Reinheit des Betenden und die Reinheit des Ortes, an dem gebetet wird.
  • Die kultische Verunreinigung kann durch Speisen (z.B. Schweinefleisch) und Getränke geschenen (z.B. Alkohol). Sie wird durch die entsprechende Waschung beseitigt werden.
  • Die Reinheit des Ortes bewahrt der Betende, wenn er die Moschee ohne Schuhe betritt oder außerhalb der Moschee barfüßig den Gebetsteppich betritt: Irgendeine Matte, ein Handtuch oder eine Zeitung erfüllen übrigens den gleichen Zweck.


  • Vor jedem Gebet sind folgende vorgeschriebenen Waschungen (taharah) vorzunehmen :
    • Waschen der Hände
    • Ausspülen des Mundinneren
    • Waschen des Inneren der Nase
    • Waschen des Gesichtes
    • Waschen der Unterarme
    • Mit der Hand über die Haare streichen
    • Ohren auswischen
    • Füße waschen (bis zu den Knöcheln)

  • Beim Gebet sind folgende Riten zu beachten:
    • Zum Gebet zieht man die Schuhe aus.
    • Man stellt sich auf eine Matte oder einen Teppich oder eine Zeitung (= rituell reiner Platz).
    • Der Körper und die Kleidung müssen rein und ordentlich sein.
    • Der Kopf sollte bedeckt sein.
    • Das Gesicht muß zur Kaaba nach Mekka gerichtet sein.
    • Das Gebet hat in zuchtvoller Haltung und in Ehrfurcht vor Allah zu geschehen.
    • Reden, Lachen, Spielen oder Essen während des Gebetes machen es wertlos.
    • Es soll darauf geachtet werden, daß die große Zehe des rechten Fußes sich möglichst nicht aus ihrer Ausgangslage bewegt.

  • Das Gebet besteht aus drei aufeinanderfolgenden Bewegungen (die Vorschriften sind genauestens einzuhalten).


  • Die Gebetsgänge der offiziellen täglichen Gebete sind folgende:
    • Jeder Tag besteht aus insgesamt 17 Gebetsgängen.
    • Das Morgengebet besteht aus 2 Gebetsgängen.
    • Das Mittagsgebet aus 4 Gebetsgängen.
    • Das Nachmittagsgebet aus 4 Gebetsgängen.
    • Das Sonnenuntergangsgebet aus 3 Gebetsgängen.
    • Das Abendgebet aus 4 Gebetsgängen.

  • Inhalt des Gebetsganges:
    • Nach der Waschung steht der gebetsbereite Moslem in Richtung Mekka gewandt, hebt seine Hände an die Ohren und sagt: "Ich bezeuge, daß es keinen anderen Gott gibt als Allah, daß niemand ihm gleichgestellt ist, und ich bezeuge, daß Mohammed sein Diener und Botschafter ist. O, Allah, mache mich zu einem Menschen, der Reue zeigt, zu einem Menschen, der ein reines Herz hat.
    • Darauf sagt er: "Allahu akbar" (Allah ist größer) und wiederholt das Bekenntnis.
    • Darauf rezitiert er ein kurzes Gebet, dann den Ruf gegen Saten, den er dreimal wiederholt: "Ich suche Zuflucht bei Allah vor Satan, dem Gesteinigten."
    • Dann spricht er still für sich die Al-Fatiha (Sure 1, das Hauptgebet des Islam).
      • 1 Im Namen des barmherzigen und gnädigen Allahs.
        2 Lob sei Allah, dem Herrn der Menschen in aller Welt,
        3 dem Barmherzigen und Gnädigen,
        4 der am Tag des Gerichts regiert!
        5 Dir dienen wir, und dich bitten wir um Hilfe.
        6 Führe uns den geraden Weg,
        7 den Weg derer, denen du Gnade erwiesen hast, nicht den Weg derer, die deinem Zorn verfallen sind und irregehen!

    • Nun kann er noch einen beliebigen Teil des Korans rezitieren (vorzugsweise Al-Ikhlas = Sure 112).
      • Im Namen des barmherzigen und gnädigen Allahs.
        1 Sag: Er ist Allah, ein Einziger,
        2 Allah, durch und durch, an den man sich mit seinen Nöten und Sorgen wendet,
        3 Er hat weder gezeugt, noch ist er gezeugt worden.
        4 Und keiner ist ihm ebenbürtig.

    • Danach sagt er wiederum: "Allah ist größer!" und wirft sich nieder.
    • In dieser Position sagt er drei Mal: "Ehre sei Allah, dem Gebieter der Welten!"
    • Er steht auf und spricht: "Allah hört jene, die ihn loben!"
    • Er wirft sich drei Mal nieder, indem er sagt: "Ehre sei Allah, dem Höchsten!"
    • Sich niederknieend, aber it erhobenem Kopft, ruft er: "Allah ist größer!"
    • Dann wiederholt er dieses Gebet: "O Allah, vergib mir, sei mir gnädig, führe mich, beschütze mich und bereichere mich."
    • Bevor er sich ein zweites Mal verbeugt, sagt er: "Allah ist größer!"

  • Jedes Gebet besteht aus einer gewissen Anzahl von Verbeugungen, entsprechend der Tagszeit.
  • Freie Gebete sind wenig bekannt.
  • Wichtig und vorrangig sind die fest vorgeschriebenen rituellen Gebete.
  • Der Schwerpunkt liegt eben in der alleinigen Anbetung Allahs in festen Formen.

  • Das Gebet soll dem Muslim helfen, sich die Allgegenwart Allahs vor Augen zuhalten und nicht vom rechten Weg abzuweichen.
  • Das Gebet gilt als Segensquell, da es dem Herzen Ruhe und Frieden bringt und die Seele vor jeder Versuchung und allem Schmutz reinigt.


  • Die täglichen fünf Gebetszeiten leiten sich nicht aus dem Koran ab, sondern aus den Ahadith (Sammlung der mündlichen Aussprüche Mohammeds, die ca. 200 Jahre nach Mohammed schriftlich fixiert wurden). Aus dem Koran sind eher nur 3 Gebetszeiten abzuleiten.

    In Sure 11:114 steht: "Und verrichte ordnungsgemäß das rituelle Gebet an beiden Enden der Tageszeit und an einem dem Tag näher gelegenen Teil der Nacht! Gewiß, die gottgefälligen guten Taten tilgen die gottmißfälligen Taten. Dies ist eine Ermahnung für diejenigen, die sich ermahnen lassen."

    Daraus lassen sich 3 Gebetszeiten ableiten, nämlich bei der Morgen- und der Abenddämmerung und vor der Morgendämmerung. Das wären also drei Gebetszeiten.

    In den Ahadith findet man einen Bericht, wie es zu dem Gebot der 5 Gebetszeiten kam. Mohammed soll bei seiner seiner Himmelfahrt die Botschaft erhalten haben, täglich 50 Gebete zu verrichten. Dann habe Mohammed bei seiner Rückkehr Moses getroffen, der ihm den Rat gab, bei Gott eine Reduzierung der Gebete zu erwirken. Nach mehrmaligen Gesuchen wurde die Gebetspflicht dann schließlich auf 5 Mal pro Tag reduzierte. (Quelle: Mohammed feilscht um die Gebetszeiten - Muslim Buch 1, Nummer 309 (englisch)

  • Koranstellen: Sure 2:144; 5:6; 11:114; 17,78; 24:58
    • 2:144 Wir sehen, dass du unschlüssig bist, wohin am Himmel du dich beim Gebet mit dem Gesicht wenden sollst. Darum wollen wir dich jetzt in eine Gebetsrichtung weisen, mit der du gern einverstanden sein wirst: Wende dich mit dem Gesicht in Richtung der heiligen Kultstätte! Und wo immer ihr Gläubigen seid, da wendet euch mit dem Gesicht in dieser Richtung! Diejenigen, die die Schrift erhalten haben, wissen, dass es die Wahrheit ist und von ihrem Herrn kommt. Und Allah achtet sehr wohl auf das, was sie tun.

      5:6 Ihr Gläubigen! Wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch vorher das Gesicht und die Hände bis zu den Ellbogen und streicht euch über den Kopf und wascht euch die Füße bis zu den Knöcheln! Und wenn ihr unrein seid, dann nehmt eine entsprechende Reinigung vor! Und wenn ihr krank seid oder wenn ihr euch auf einer Reise befindet oder wenn einer von euch vom Abort kommt oder wenn ihr mit Frauen in Berührung gekommen seid und kein Wasser findet um die Waschung vorzunehmen, dann sucht einen sauberen hochgelegenen Platz auf und streicht euch (mit etwas Erde) davon über das Gesicht und die Hände! Allah will euch nichts auferlegen, was euch bedrückt. Vielmehr will er euch rein machen und seine Gnade an euch vollenden. Vielleicht würdet ihr dankbar sein.

      11:114 Und verrichte das Gebet an den beiden Enden des Tags, und in den Stunden der Nacht die dem Tage näher sind. Wahrlich, die guten Werke vertreiben die bösen. Das ist eine Ermahnung für die Nachdenklichen.

      17:78 Verrichte das Gebet, wenn die Sonne sich gegen den Horizont neigt, bis die Nacht dunkelt! Und die Rezitation des frühen Morgens! Bei ihr soll man allgemein zugegen sein.

      24:58. O die ihr glaubt, es sollen die, welche eure Rechte besitzt, und die unter euch, die noch nicht die Reife erlangt haben, euch um Erlaubnis bitten zu dreien Zeiten: vor dem Morgengebet, und wenn ihr eure Kleider ablegt wegen der Mittagshitze, und nach dem Abendgebet - für euch drei Zeiten der Zurückgezogenheit. Nach diesen ist es für euch und für sie keine Sünde, wenn die einen von euch sich um die andern zu schaffen machen. Also macht euch Allah die Gebote klar, denn Allah ist allwissend, allweise.


Die Almosen (Zakat)

  • Sie sind eine Pflichtabgabe für jeden, der über dem Existenzminimum lebt und dessen Schulden nicht sein Vermögen übersteigen.
  • Sie beträgt ca. 2,5% - 7% des verfügbaren Vermögens.
  • Sie ist gedacht für:
    1. den Armen,
    2. den Bedürftigen,
    3. den Verschuldeten,
    4. den Gefangenen,
    5. den Reisenden,
    6. den Erhebern der Almosensteuer,
    7. den neu zum Islam Konvertierten,
    8. den Kämpfer auf dem Weg Allahs.
  • Die Pflichtabgabe soll dem Hab und Gut des Menschen seinen Makel nehmen.
  • Die Spenden sollen kein minderwertiges Zeug sein, sondern wertvolles Gut.
  • Die Abgaben sind ein gutes Werk und werden am Tag des Gerichts schlechte Taten tilgen.


  • Koranstellen:

      Sure 9:103 Nimm Almosen von ihrem Besitz, auf daß du sie dadurch reinigen und läutern mögest. Und bete für sie, denn dein Gebet ist ihnen Beruhigung. Und Allah ist allhörend, allwissend.

      Sure 2:267ff Ihr Gläubigen! Gebt Spenden von den guten Dingen, die ihr im Erdenleben erworben habt, und von dem, was wir die Erde für euch haben hervorbringen lassen! Und sucht euch nicht das Schlechte davon aus, um es anderen zu spenden, während ihr es für euch selber nicht nehmt, ohne dabei ein Auge zuzudrücken! Ihr müßt wissen, daß Allah auf niemand angewiesen und des Lobes würdig ist.

      268 Der Satan droht euch für den Fall, dass ihr eurer Spendepflicht nachkommt Armut an und befiehlt euch Abscheuliches. Allah aber verspricht euch Vergebung und Huld. Er umfaßt alles und weiß Bescheid. 269 Er gibt die Weisheit, wem er will. Und wer die Weisheit erhält, erhält damit viel Gutes. Aber nur diejenigen, die Verstand haben, lassen sich mahnen.

      270 Und wenn ihr eine Spende gebt oder etwas gelobt, weiß Allah darüber Bescheid. Und die Frevler haben dereinst keine Helfer.

      271 Wenn ihr die Almosen offen kundtut, ist es schon trefflich. Wenn ihr sie aber geheimhaltet und unter der Hand den Armen gebt, ist es noch besser für euch und wird euch bei der Abrechnung am jüngsten Tag etwas von euren schlechten Taten tilgen. Allah ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut.

      272 Es ist nicht deine Aufgabe, die Ungläubigen zum Glauben rechtzuleiten. Vielmehr leitet Allah recht, wen er will. Wenn ihr etwas Gutes spendet, kommt es euch selber zugute. Ihr habt aber, wenn ihr Spenden gebt, immer nur Allah vor Augen. Wenn ihr etwas Gutes spendet, wird es euch bei der Abrechnung im Jenseits voll heimgezahlt. Und euch wird dabei nicht Unrecht getan.

      273 Was ihr spendet, soll besonders den Armen zukommen, die im Kriegsdienst um Allahs willen behindert sind, indem sie aus Mangel an Reittieren und dergleichen nicht im Land draußen unterwegs sein können und ihrem Erwerb nachgehen können. Nur wer töricht ist, hält sie für reich, weil sie sich zurückhalten und nicht immer betteln. Du erkennst sie aber als verschämte Arme an ihrem charakteristischen Äußeren. Sie bitten die Leute nicht in aufdringlicher Weise um Almosen. Und was ihr an Gutem spendet, darüber weiß Allah Bescheid.

      274 Denen, die ihr Vermögen bei Nacht oder bei Tage geheim oder offen spenden, steht bei ihrem Herrn ihr Lohn zu und sie brauchen wegen des Gerichts keine Angst zu haben, und sie werden nach der Abrechnung am Jüngsten Tag nicht traurig sein.


Das Fasten (Saum)

  • Das Fasten im Monat Ramadan ist für jeden Muslim Pflicht.
  • Ausgenommen sind:
    • Wer auf Reisen ist
    • Hohes Alter
    • Krankheit
    • Geistige Unzurechnungsfähigkeit
    • Frauen in ihren Umständen (Frauen Weise, Schwangerschaft, Niederkunft)
    • Es wird jedoch erwartet, daß das Fasten zu einer anderen Zeit des Jahres nachgeholt wird.
  • Das Fasten beginnt vor Anbruch der Dämmerung und dauert bis zum Sonnenuntergang. "Sobald man einen schwarzen von einem weißen Faden nicht mehr unterscheiden kann" ist die Sonne untergegangen
  • Der Muslim enthält sich des Essen und Trinkens, des Rauchens und körperlichen Liebe.
  • Das Fasten soll den Muslim Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung lehren.
  • Es soll die Seele und den Körper läutern.
  • Nach dem Fasten feiert man das "Fest des Fastenbrechens".
  • Das Ramadanfasten dient der Vorbereitung auf die "Nacht der Bestimmung": Zum Gedenken an die Herabsendung des Koran.
  • Während des Ramadan werden täglich Koranlesungen rezitiert (in 30 Tagen durch den Koran).
  • Am späten Abend und in der Nacht dürfen die versäumten körperlichen Genüsse im vollen Maße nachgeholt werden.


  • Mohammed sagte: "Das Gebet führt uns auf den halben Weg zu Allah. Das Fasten an seine Schwelle, die Barmherzigkeit jedoch in seine Gegenwart."

  • Koranstellen: Sure 2,183-185
    • 2:183. O die ihr glaubt! Fasten ist euch vorgeschrieben, wie es denen vor euch vorgeschrieben war, auf daß ihr euch schützet -

      2:184 Eine bestimmte Anzahl von Tagen. Wer von euch aber krank oder auf Reisen ist, (der faste) an ebenso vielen anderen Tagen; und für jene, die es schwerlich bestehen würden, ist eine Ablösung: Speisung eines Armen. Und wer mit freiwilligem Gehorsam ein gutes Werk vollbringt, das ist noch besser für ihn. Und Fasten ist gut für euch, wenn ihr es begreift.

      2:185 Der Monat Ramadan ist der, in welchem der Koran herabgesandt ward: eine Weisung für die Menschheit, deutliche Beweise der Führung und (göttliche) Zeichen. Wer also da ist von euch in diesem Monat, der möge ihn durchfasten; ebenso viele andere Tage aber, wer krank oder auf Reisen ist. Allah wünscht euch erleichtert und wünscht euch nicht beschwert, und daß ihr die Zahl (der Tage) erfüllen und Allah preisen möchtet dafür, daß Er euch richtig geführt hat, und daß ihr dankbar sein möchtet.

      2:187 Es ist euch erlaubt, zur Fastenzeit bei Nacht mit euren Frauen Umgang zu pflegen. Sie sind für euch, und ihr für sie wie eine Bekleidung. Allah weiß wohl, daß ihr solange der Umgang mit Frauen während der Fastenzeit auch bei Nacht als verboten galt euch immer wieder selber betrogen habt. Und nun hat er sich euch gnädig wieder zugewandt und euch verziehen. Von jetzt ab berührt sie unbedenklich und geht dem nach, was Allah euch als Zugeständnis für die Nächte der Fastenzeit bestimmt hat, und eßt und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt! Hierauf haltet das Fasten durch bis zur Nacht! Und berührt sie nicht, während ihr zur Andacht an den Kultstätten verweilt! Das sind die Gebote Allahs. Verstoßt nicht dagegen! So macht Allah den Menschen seine Verse klar. Vielleicht würden sie gottesfürchtig sein.


Die Pilgerreise (Hadsch)

  • Sie ist für jeden erwachsenen, freien, gesunden Muslim, Mann oder Frau, einmal im Leben Pflicht.
    • Ausgenommen sind die Irrsinnigen, dei Sklaven, die Frauen, die von keinen verwandten Mann begleitet werden können.
    • Auch der Mangel an einem Reittier oder die Unsicherheit der Reisewege gelten als Befreiungsgründe.
    • Im Laufe der Zeit hat sich allmählich die Anschauung durchgesetzt, daß die jährliche Pilgerfahrt eine Pflicht der Gesamtgemeinde sei; sie gilt als erfüllt, wenn nur ein hinreichende Zahl von Pilfern daran teilgenommen hat.

  • Die Pilgerfahrt soll dem Muslim helfen, Allah näher zu kommen.
    • Mohammed stellt den Segen der Pilgerfahrt mit folgende Mohammeds vor Augen: "Wer die Pilgerreise um Allahs willen ausführt, kein loses Gespräch führt, nicht sündhaft handelt, soll so rein von Sünden wiederkehren wie am Tage der Geburt."
    • "Bitte einen Pilger um seine Fürbitte, denn seine Sünde ist vergeben und seine Fürbitte wird angenommen."
    • "Die fromme Hadsch hat als Belohnung das Paradies zur Folge."

  • Sie findet statt während der ersten 10 Tage des letzten Monats des Mondjahres.
  • Der Anlaß ist der Bau der Kaaba durch Abraham und Ismael.
    • Es wird auch geglaubt, daß bereits Adam und Eva die Kaaba gebaut haben.
    • Abraham und Ismael haben sie aber neu errichtet.


  • Die "große Pilgerreise" kann nur einmal im Jahr angetreten werden.
  • Die "kleine Pilgerreise" ganz nach Belieben.


  • Die Pilgerreise ist an eine ganze Reihe von Riten und Vorschriften geknüpft.


    • Die rituelle Reinheit
      • Die notwendige rituelle Reinheit erreicht man durch:
        • Die vorgeschriebenen Waschungen
        • Das Schneiden der Nägel
        • Das Kämmen des Bartes
        • Das Anlegen des weißen Pilgergewandes
        • Während der kultischen Reinheit muß man enthaltsam leben, und darf weder Messer noch Schere noch Kamm benützen (Sure 2,192)


    • Die Reise nach Mekka


    • Die Wallfahrt in Mekka
      • Der Ritus der kleinen Wallfahrt:
        • Siebenmaliges Umkreisen der Kaaba
          • Die Kaaba ist Gebäude, das im Mittelpunkt der Großen Moschee gelegen ist.
          • Sie umschließt einen leeren, fensterlosen Raum.
          • Sie ist mit einem schwarzen Tuch bedeckt, das jeder Jahr zur Zeit der Wallfahrt erneuert wird.
          • An der südöstlichen Ecke neben dem Eingang ist in 1 1/2m Höhe ein besonders verehrter "Schwarzer Stein" eingemauert.
        • Ziel: den "Schwarzen Stein" küssen (heute: berühren oder Handheben in Richtung des Steines)
        • Trinken aus der Zam-Zam-Quelle
        • Siebenmaliges Hin-und-Her-Laufen der 700 m zwischen Hügeln Safa und Marwa (in der Nähe von Mekka) (Sure 2,153): Nach islamischer Deutung eine Nachahmung der Wanderung Hagars auf der Suche nach Wasser für ihren Knaben

      • Der Ritus der großen Wallfahrt nach Mekka:
        • Pilgerweg von Mekka nach Mina (8 km)
        • Weiterreise zum Berg Arafat (15 km)
        • Rückkehr nach Mekka: dabei Übernachtung im Freien im Tal von Muzdalifah.
        • In Mekka erneute Umschreitung der Kaaba.
        • Erneuter Aufenthalt in Mina (3 Tage)
        • Steinigung der "Teufelssäulen" in Mina mit 7 Kiesel.
        • Opferung eines Tieres im Gedenken an Abrahams Opferung seines Sohnes (ca. 700.000 Opfertiere).


  • Nach beendigter Pilgerreise darf sich der Muslim "Hadschi" nennen.

  • Im Jahr 2005 zählte man in Mekka 2,5 Millionen Pilger.


  • Koranstellen: Sure 2:196-197
    • 2:196 Führt die große Wallfahrt und die Umra im Dienste Allahs durch! Und wenn ihr an der Ausführung der Wallfahrtszeremonien behindert seid, dann bringt an Opfertieren dar, was erschwinglich ist! Und schert euch nicht den Kopf, bis die Opfertiere ihre Schlachtstätte im heiligen Gebiet von Mekka erreicht haben ! - Und wenn einer von euch krank ist, oder wenn es ihn mit Jucken und Ungeziefer am Kopf plagt und er sich deshalb vorzeitig das Haar scheren lässt, hat er mit Fasten oder einem Almosen oder der Opferung eines Schlachttieres Ersatz zu leisten. - Wenn ihr aber in Sicherheit seid und die Wallfahrtszeremonien ausführen könnt, ohne mit feindlichem Widerstand rechnen zu müssen, und wenn dann einer die Gelegenheit benützt, außer der großen Wallfahrt eine Umra zu machen, was eine Unterbrechung des Weihezustands zur Folge hat, so hat er als Sühne für die Unterbrechung des Weihezustands an Opfertieren darzubringen, was für ihn erschwinglich ist. Und wenn einer keine Möglichkeit findet Opfertiere darzubringen, hat er dafür drei Tage während der Wallfahrt und sieben nach eurer Rückkehr von Mekka nach Medina zu fasten. Das macht zusammen zehn Tage. Dies gilt nur für diejenigen, deren Angehörige nicht an der heiligen Kultstätte wohnhaft sind. Und fürchtet Allah! Ihr müßt wissen, daß Allah schwere Strafen verhängt.

      2:197 Die Wallfahrt findet in den bekannten Monaten statt. Und wenn jemand in ihnen die Wallfahrt auf sich nimmt tritt er in den Weihezustand ein: Während der Wallfahrt darf man keinen Umgang mit Frauen haben, keinen Frevel begehen und sich nicht herumstreiten. Was ihr an Gutem tut, das weiß Allah. Und versorgt euch mit Wegzehrung! Die beste Wegzehrung ist Gottesfurcht. Daher fürchtet mich, die ihr Verstand habt !



Quellen

Literatur:

    Walter R. Fuchs, Die Araber und ihre Welt - und Mohammed ist ihr Prophet, München: Knaur, 1975

    Emanuel Kellerhals, Der Islam - seine Geschichte, seine Lehre, sein Wesen, Basel: Basler Missionsbuchhandlung, 1945

    Charles Marsh, Muslimen von Jesus erzählen - wie mache ich das?, Berneck: Schwengler-Verlag, 1992

    Gerhard Nehls, Was Christen über Moslems wissen sollten, Filderstadt: Hänssler-Verlag, 1984

    Benedikt Peters, Der 11. September, der Islam und das Christentum, Bielefeld: CLV, 2002,

    Muhammad Rassoul, Was ist Islam?, Köln: Verlag Islamische Bibliothek Rassoul, 1982

    Christine Schirrmacher, Islam Band 1, Filderstadt: Hänssler-Verlag, 1994

    General von Viebahn ISBN: 3-7751-4092-1 EUR 45,- [D]/EUR Der Islam, Band 1 + 2
    Der Islam - ein Thema, an dem keiner mehr vorbeikommt. In der westlichen Weltgeschehen Terroranschläge, im Irak wir der "Heilige Krieg" gegen die "Ungläubigen" ausgerufen- alles im Namen Gottes. Was ist der Islam? Wie hat er sich über die Jahrhunderte hinweg entwickelt und wie wirkt sich der Islam heute ganz aktuell in Politik und Kultur der islamisch regierten Länder aus? Hochaktuell und grundlegend in der Darstellung des Islams als theologisches, politisches und gesellschaftliches Problem stellt die rennomierte Islamwissenschaftlerin Dr. Christine Schirrmacher diese der westlichen Welt so fremde Religion dar. Die Autorin vergleicht den Islam mit den Grundlagen des christlichen Glaubens.

    Die Autorin Dr. Christine Schirrmacher studierte Islamwissenschaft (Arabisch, Persisch, Türkisch), Geschichte und vergleichende Religionswissenschaften in Gießen und Bonn und promovierte 1991. Sie ist wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Islamfragen (IfI) der Lausanner Bewegung, Deutscher Zweig, Dozentin für Islamwissenschaft am Martin-Brucer-Seminar in Bonn und hat einen Lehrstuhl für Islamwissenschaften am Whitefield Theological Seminary (USA) inne. Sie veröffentlichte mehrere Bücher zum Thema Islam sowie Artikel in deutsch und englischsprachigen Zeitschriften.



Korantext:

    Der Koran nach Rudi Paret, Kohlhammer-Verlag


Internet:

Hartmut Kerber (2012): Die vielen Gesichter des Islam Die vielen Gesichter des Islam

Ulrich Dierssen (2013): Islam

Nabil Ansari (2002): Religiöse Vorschriften im Islam

Ein türkischer Muslim (2002): Islam (nicht mehr existent)

Islam-Basis Infos (2005): Die 5 Säulen des Islam (nicht mehr existent)

Das Glaubensbekenntnis - die erste Säule des Islam (c) focus.de

Pflichtteil des Iman: Shahada und ihre Bedingungen (c) ahlu-sunnah.com

Die 5 Gebetszeiten www.islamfatwa.de

Warum 5 Gebete in 3 Tageszeiten? Aus Shiitischer Sicht

[PDF] Das islamische Gebet (c) www.islamheute.ch

Englische Homepage (2002) - Hajj Rituals (nicht mehr existent)

Englische Homepage (2002) - Hajj (nicht mehr existent)




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