Sie sind - mit ganz wenigen Ausnahmen - der Länge nach sortiert: Sure 2
ist also die längste
Jede Sure hat einen Namen. Z.B. heißt Sure 2: "die Kuh".
Der Name besagt allerdings nicht unbedingt etwas über den Inhalt der Sure aus.
Jede Sure beginnt mit: "Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen." (Ausnahme Sure 9)
Die Suren sind eine lose Aneinanderreihung von Äußerungen.
Die einzelnen Folgen in den Suren wurden später einfach zusammengefügt.
Wichtig für die Deutung der Suren ist immer auch ihre Datierung (Mekka, Medina).
Der Korantext ist in 30 Abschnitte aufgeteilt: sie dienen den Ramadan-Lesungen
Überliefert ist der Koran in poetischer Form: Reimprosa.
Nach islamischem Verständnis ist die Sprache der Koran das schönste Arabisch und von
unübertrefflicher Harmonie und Vollkommenheit.
Im Koran spricht Allah selbst zu den Menschen: in der Wir- oder Ich-Form.
Seine Überlieferung
Ursprünglich wurde der Koran hauptsächlich aus dem Gedächtnis wiedergegeben.
Mohammed diktierte seine Offenbarungen verschiedenen Schreibern, hauptsächlich seinem Adoptivsohn, dem ehemaligen Skalven Zaid.
Diese Dikate Mohammeds wurden wohl schon zu seinen Lebzeiten vielfach abgeschrieben.
Manche Genossen besaßen die Aussprüche Mohammeds teilweise oder vollständig auf dem ihnen zur Verfügung stehenden Material.
Leder
Holz
Pergament
Palmblätter
Seidenstücke
Gebleichte Schulterknochen
Der Korantexte wurde durch die regelmäßige liturgische Rezitation einem großen Teil der Gemeinde wörtlich ins Gedächnis eingeprägt.
Neben der schriftlichen Tradition bestand auch bald eine mündliche Überlieferung. So berichtet z.B. ein Hadit (Überlieferung) vom Tod etlicher Korankenner (es soll sich um 700 Gefährten Mohammeds gehandelt haben) in der Schlacht von Yamama, die 633 n.Chr. zu Ende ging:
"Viele (der Abschnitte) des Korans, die offenbar worden waren, kannten jene, die an dem Tag von Yamama starben ... aber sie warn nicht (denjenigen) bekannt, die sie überlebten, Sie waren damals auch nich nicht niedergeschrieben worden. Weder Umar nochj Abu Bakr noch Uthman hatten (zum damaligen Zeitpunkt) den Koran gesammelt, und die betreffendne Abschnitte waren nach ihrem Tod nicht im Besitz einer einzigen Person".
Erst nach dem Tod Mohammeds wurden seine Aussprüche gesammelt und zusammengetragen.
Der Kalif Othman (644 - 656 n.Chr.) kanonisierte den Koran und ließ alle anderen Versionen des Koran vernichten.
Sein Selbstverständnis
Am Koran darf nicht gezweifelt werden (Sure 2,2)
Er ist als eine "klare" und "deutliche" Warnung auf Mohammed herabgesandt worden.
Er ist nicht menschlichen Ursprungs, sondern ist Wort für Wort die wahre Offenbarung Allahs (Sure 36,69-70).
Er ist nicht erschaffen, sondern existiert ewig im (siebten) Himmel. Er wurde dann in den dritten Himmel hinuntergebracht und von dort nahm der Engel Gabriel Stück um Stück, mal von hier, mal von dort, um es Mohammed zu offenbaren. (vgl. Sure 43,2-3)
Der Koran ist auf einer ewigen Tafel niedergeschrieben (Sure 85,22-23)
Der Koran weist den Menschen den Weg zu Allah.
Der Koran soll leicht verständlich und für jedermann zu begreifen sein (Sure 54,17).
Er soll unnachahmlich sein. Das ist seine Beglaubigung als göttliche Offenbarung (Sure 10,37-38; 11,13; ).
Nach islamischen Verständnis soll für den Koran folgendes gelten:
Er ist sprachlich vollkommen.
Seine Prophezeihungen sollen zuverlässig sein und seine Berichte über vergangene Ereignisse können nur auf göttlicher Offenbarung beruhen.
Er ist inhaltlich völlig geschlossen und enthält keine Widersprüche (Sure 4,82)
Er ist wissenschaftlich zuverlässig.
ER ist ein Wunderwerk, weil nach islamischem Verständnis Mohammed Analphabet war. (Sure 29,48)
Der Koran soll im Monat Ramadan geoffenbart worden sein (Sure 2,185). Dabei kann es sich nur um die erste geoffenbarte Sure handeln, da der Koran ja erst im Laufe der Zeit entstanden ist.
Als älteste Sure wird die Sure 96,1-5 angesehen, da diese mit den Worten beginnt: "Trage vor!"
Seine Bedeutung
Der Islam ist eine Buchreligion: der Koran hat deshalb eine höhere Stellung als die Bibel im Christentum.
Der Koran ist unerschaffen -> keine "Inspiration"
Kinder fangen teilweise schon mit vier Jahren an, den Koran
auswendig zu lernen.
Er ist Vorbild für die arabische Sprache (deshalb halten viele Prediger ihre Ansprachen in hocharabischer Reimprosa).
Es gibt nur eine Fassung des Koran. Allein dieses
arabische Original darf rezitiert werden.
Die Rezitation an sich gilt als frommes Werk.
Sein Inhalt
Offenbarungen über Allah und seine Schöpfung
Erzählungen von Mohammed, als seinem Gesandten; von seinem Handeln mit den Völkern
Verteidigung von Mohammeds Prophetentum
Segenszusagen an die, die Mohammed gehorchen; Verdammungsurteil über die, die ihm widerstehen (z.B. Sure 4,14)
Warnung vor dem Jüngsten Gericht
Eingang ins Paradies
Warnungen an Juden und Christen
Diverse Gebote:
Die Glaubensartikel
Die religiösen Pflichten
Die ethischen Vorschriften
Die Vorschriften für die zwischenmenschlichen Beziehungen
Der Koran bezieht sich an vielen Stellen auf die Bibel:
Er erwähnt Abraham, Mose, König David und andere biblische Personen.
Die Berichte sind jedoch gegenüber der Bibel stark verändert und es fehlt ihnen die geistliche Botschaft dieser Texte.
Sowohl die biblischen Personen als auch die historischen Begebenheiten, auf die angespielt wird, werden als bekannt vorausgesetzt.
Jesus gilt als bedeutender Prophet, seine Gottessohnschaft und sein Sterben am Kreuz werden jedoch entschieden abgelehnt.
Der Koran versteht sich als Fortsetzung dessen, was Allah bereits den anderen vorlaufenden Propheten geoffenbart hat. (Sure 41,43)
Seine Änderungen
Einzelne Koranaussagen wurden nach ihrer Offenbarung wieder geändert. D.h. daß auf einen Koranvers ein anderer folgte, der die erste Anweisung änderte oder relativierte. Die erste Offenbarung war waren offensichtlich nur zeitlich begrenzt gültig.
Diese unterschiedliche Aussagen, die durchaus als sich widersprechenden Aussagen gedeutet werden können, wurden als "überarbeitetes Wort Allahs" verstanden.
Einige dieser veränderten Koranaussagen sind im heutigen Korantest in der alten und der neuen Fassung noch erhalten. Einige Beispiele für veränderte Anweisungen seien genannt:
Die Quibla (Gebetsrichtung) von Jerusalem nach Mekka (Sure 2,142-150)
Die Teilung des Erbes, das von Eltern oder Verwandten zurückgelassen wird, soll gemäß Sure 4,8 gleichmäßig erfolgen, was aber durch Vers 12 abgeändert wurde, wo befohlen wird, daß Männer den doppelten Anteil von Frauen erhalten sollen.
Das Nachtgebet sollte ursprünglich mindestens die halbe Nacht beanspruchen, eigentlich sogar den "größten Teiles der Nacht" (Sure 73,1-4). Während des Gebets ist der Koran zu rezitieren. Allah selbst sah in dieser Anweisung ein schwere Last. Doch dieses Gebot wurde durch Vers 21 sogleich relativiert: "daher rezitiert aus dem Koran, wie es euch leicht und möglich ist". D.h. jeder kann nach eigenen Ermessen die Gebetszeit bestimmen.
Bei Frauen, die etwas Abscheuliches begehen (z.B. Ehebruch), war ein lebenslänglicher Hausarrest vorgesehen (Sure 4,16), wenn vier Männer den Fehltritt bezeugen können. Nur Allah konnte diesen Hausarrest wieder aufheben. Diese Strafe wurde aber später in eine Strafe von 100 Peitschenhieben abgeändert (Sure 24,2).
Mohammed mußte selbst immer solange bis zum Vortragen der "Offenbarung" warten, bis er gewiß sein konnte, die endgültige Offenbarung erhalten zu haben.
Der Koran selbst nennt drei Gründe für die spätere Abänderung des ursprünglich geoffenbarten Textes.
Mohammed vergaß etwas (nach Allahs Wille) (Sure 87,6-7).
Der Satan schob Mohammed eine falsche Offenbarung unter (Sure 22,52).
Allah selbst tauschte Passagen gegen bessere Offenbarungen aus (Sure 16,101.106).
Sure 2,106 spricht ganz offen die Tatsache eines nach der ersten Offenbarung veränderten Korantextes an: "Wenn wir einen Vers austilgen oder in Vergessenheit geraten lassen, bringen wir dafür einen besseren oder einen, der ihm gleich ist. Weißt du denn nicht, daß Allah zu allem die Macht hat?"
Zur rechten Deutung der Suren ist deshalb ihre Datierung von Bedeutung, da im Fall eines Widerspruches der Grundsatz gilt, daß der jüngere Text den älteren aufhebt. (Manchmal geschieht das aber sogar innerhalb ein und derselben Sure).
Seine Auslassungen
Nach dem plötzlichen Tod Mohammeds wurde Zaid-ibnThäbith damit beauftragt, den Koran zusammenzutragen und ihn aufzuschreiben (Mishkat'ul Masabih [gesammelt von al-Baghawi und mit Kommentar versehen von Al-Haj Maulana Fazlul Karim]). Es wird bezeugt, daß zumindest drei Offenbarungen weggelassen wurden.
1. Auslassung
Eine von ihnen wurde nach Aussage von Mohammeds Frau, Aischa, mit der er bis zu seinem Tode zusammenwohnte, während seiner Krankheitsperiode oder in der Aufregung über seinen Tod unter dem Bett Mohammeds aufbewahrt; aber sie wurde von einem Haustier aufgefressen.
2. Auslassung
Nach Aussage des Biographen und Hadith-Sammlers Muslim (S. 501) sagte Abu Musa al Ashari zu 300 Rezitatoren des Korans in Basra:
»Wir rezitierten gewöhnlich eine Sure, die nach Länge und Heftigkeit der Sure Barä-at (Sure 9) ähnelte. Ich habe sie jedoch vergessen - mit Ausnahme dieser Stelle, an die ich mich erinnern kann: >Wenn es für den Sohn Adams zwei Täler voller Reichtümer gegeben hätte, dann hätte er nach einem dritten Tal Verlangen gehabt, und nichts würde den Magen des Sohnes Adams füllen außer Staub.< Und wir zitierten gewöhnlich eine Sure, welche eher den Suren von Musabbihat glich, und ich habe sie vergessen, aber ich erinnere mich nur an folgenden Teil: >O ihr Gläubigen, warum sagt ihr, was ihr selbst nicht tut<, und >das ist euch in den Nacken geschrieben, als ein Zeugnis (gegen euch) und ihr werdet am Tage der Auferstehung darüber Rechenschaft geben müssen<.«
Das letzte Zitat kann aus Sure 61,3 und 17,14 stammen, aber das erste, das die gleiche Länge wie Sure 9 (129 Verse) haben soll, fehlt im Koran.
»Umar sagte: >Wahrlich, Allah sandte Mohammed in Wahrheit und offenbarte ihm das Buch. In den Versen offenbarte der allmächtige Allah den Vers über die Steinigung zu Tode. Der Bote Allahs steinigte zu Tode (Muslim) und nach ihm steinigten auch wir zu Tode. Und in dem BUCH GOTTES ist die Steinigung zu Tode eine Wahrheit für solche, die Ehebruch begehen.< Der Vers lautete so: >Der alte Mann und die alte Frau, wenn sie Ehebruch begangen haben, steinigten sie beide gewiß zu Tode.<«
Dieser Abschnitt fehlt ebenfalls im Koran.
Die Behauptung, daß der Koran vollständig ist, läßt sich somit nicht aufrechterhalten und folglich auch nicht die Behauptung, daß der Koran, wie er heute ist, eine exakte Kopie des himmlischen Originals sei.
Seine unterschiedliche Lesarten
Unterschiedliche Lesarten waren schon während der Zeit Mohammeds durchaus üblich.
Unterschiedliche Lesarten nehmen für sich in Anspruch, vom Propheten selbst zu stammen, obgleich sie von seinen Gefährten weitergegeben wurden.
»Ein Mensch zitierte in der Gegenwart von Umär, der ihn korrigierte. Der Mann, erzürnt, behauptete, er habe schon für den Propheten zitiert und der habe ihn nicht verbessert. Sie brachten ihren Streit vor Mohammed. Als der Prophet die Behauptung des Mannes bestätigte, daß Mohammed ihn selber gelehrt habe, kamen Zweifel in Umärs Sinn. Als der Prophet Umärs Ausdruck wahrnahm, schlug er ihm auf die Brust und rief aus: >Raus, Teufel!< Mohammed erklärte dann: >Alle Arten des Zitierens sind richtig, solange man nicht eine Darlegung über Barmherzigkeit in eine über Zorn verdreht und umgekehrt!« (Tafsir von Tabari)
»Abdulläh berichtet: >Wir waren unterschiedlicher Meinung über eine Sure, ob sie aus 35 oder 36 Versen bestand. Deshalb gingen wir zum Propheten, der gerade im Gespräch mit Ali war. Als wir ihm sagten, daß wir uns über den Text nicht einig waren, wurde sein Gesicht rot und er erwiderte: >Die vor euch waren, gingen an ihren Meinungsunterschieden zugrunde.< Er flüsterte Ali etwas zu, der dann sagte: >Der Prophet befiehlt euch, so zu zitieren, wie ihr gelehrt worden seid.<« (Tafsir von Tabari).
»Ein Mann beschwerte sich beim Propheten: >Abdullah lehrte mich, eine bestimmte Sure im Koran zu zitieren. Zaid lehrte mich dieselbe Sure und ebenso Ubayy. Alle drei sind unterschiedlich. Wessen Lesart soll ich nun annehmen?< Der Prophet schwieg dazu. Ali, der neben ihm stand, erwiderte: >Jeder Mensch sollte so rezitieren, wie er es gelernt hat. Jede Lesart ist annehmbar und gültig.<«
Umar sagte: »Ich hörte Hisäm b. Hukaim die Sure al Furqan zitieren und hörte ihm zu. Als ich merkte, daß er viele Textstellen anders, als sie mir vom Propheten gelehrt worden waren, las, stürzte ich mich fast auf ihn, als er betete, doch ich wartete dann geduldig, bis er fertig war. Dann packte ich ihn am Kragen und fragte: >Wer hat dich gelehrt, diese Sure zu zitieren?< Er behauptete, daß der Prophet ihn gelehrt habe. Ich sagte: >Bei Gott, du lügst!< Ich zerrte ihn zum Propheten und erzählte ihm, daß ich mitangehört habe, wie Hisäm viele Textstellen anders zitiert habe, als er mich gelehrt habe. Der Prophet sagte: >Laß ihn los! Zitiere, Hisäm!< Er zitierte die Textstellen, die ich schon von ihm gehört hatte. Der Prophet sagte: >Das ist so, wie es offenbart wurde!< Er sagte dann: >Zitiere du, Umar< und ich zitierte so, wie er mich gelehrt hatte. Er sagte: >Das ist richtig. So wurde es offenbart. Dieser Koran wurde in sieben Formen offenbart, deshalb zitiere so, wie es am einfachsten ist!<« (Tafsir von Tabari; Mishkat).
Folglich:
Der Wortlaut des Korans ist nicht entscheidend.
Die Bedeutung eines Textes ist ausschlaggebend.
Alle Lesarten sind offenbar richtig.
Alle Lesarten stammen aus den Tagen Mohammeds.
Bereits Mohammed wußte um die unterschiedlichen Lesarten, und er billigte sie.
Seine Interpretation
Zur rechten Deutung des Koran werden vielfach die "Ahadith" herangezogen (=Überlieferungen der Taten Mohammeds)
In der Lebenspraxis spielen die Ahadith oft eine größere Rolle als der Koran selbst.
Hinweise
Jede Korankritik ist verboten.
Muslime glauben, daß der Koran die identisch Kopie des himmlischen Originals ist, bis hin zu den Satzzeichen, Überschriften und Einteilung der Suren.
Alle Teile früherer "Bücher" (= das Alte und Neue Testament), die nicht mit dem Inhalt des Koran übereinstimmen, werden als Verfälschung des ursprünglichen Bücher angesehen, da sie sonst notwendigerweise in ihren Aussagen mit dem Koran identisch wären.
Der Koran ist nach muslimischer Auffassung göttlichen Ursprungs, weil:
... Mohammed sagt, daß es so sei;
... das Original in der arabischen Sprache hohe literarische Qualität besitzt
Muslime glauben: "Der Koran ist das größte Wunder unter den Wundern."
Anfragen an den Koran (nach Nehls)
Als Christen müssen wir dem islamischen Koranverständnis folgendes entgegenhalten:
1. Wenn der Koran eine seit Ewigkeit bestehende, göttliche Offenbarung ist, dann müssen Moslems die offensichtlich menschlichen Spuren in ihm erklären. Große Teile des Korans sind ausgefüllt mit den persönlichen und politischen Angelegenheiten eines Mannes und einer Nation zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte.
2. Die Beglaubigung einer Offenbarung durch nur einen Zeugen, ohne objektive, göttliche Beweise wie z. B. Prophetie, ist unannehmbar.
3. Wenn der Koran göttlichen Ursprungs wäre, brauchten die Moslems keine kritische Analyse seines Inhalts zu fürchten.
4. Wo zwei Bücher (die Bibel und der Koran) für sich in Anspruch nehmen, endgültig, einzigartig, vollständig und universal in ihrer Botschaft zu sein, dabei aber in ihren Lehren einander stark widersprechen, können nur prüfbare, objektive Indizien, Belege oder Beweise deutlich machen, welches von beiden göttlich inspiriert ist.
5. Wenn die Botschaft die Offenbarung Gottes ist, dann darf sie im Originaltext keinen Irrtum und keinen Widerspruch enthalten. Vom Koran wird behauptet, daß er von Anfang an unverändert ist, und doch enthält es sowohl Irrtümer als auch Widersprüche.
6. Auch seine literarische Überlegenheit anderen zeitgenössischen Schriften gegenüber ist in sich selbst kein Beweis, wie wir ja schon bemerkt haben, abgesehen davon, daß diese Aussage anfechtbar ist.
7. Die Unterscheidungs- und Vokalzeichen der arabischen Sprache wurden erst eingeführt, nachdem der Koran schon weit verbreitet war. Solche Zeichen können die Bedeutung der Worte verändern. Als sie eingeführt wurden, gab es heftige Diskussionen um viele dieser Bedeutungen.
8. Nach dem plötzlichen Tod Mohammeds wurde Said Ibn Thabit beauftragt, den Koran zusammenzutragen und niederzuschreiben (Miskhat Masebih). Es ist belegt, daß einige "Offenbarungen" ausgelassen worden sind, während andere Aussagen, die bezeugterweise nicht von Mohammed kamen, von ihm als "Offenbarungen" eingesetzt worden sind.
9. Der Koran kann nach Auffassung der meisten Gelehrten nicht ohne die Überlieferung (Ahadith) ihres Propheten Mohammed interpretiert werden, dessen Leben als Auslegung des Korans gilt. Die Ahadith zeichnen uns kein vollständiges, genaues Bild von Mohammed, da ja diese Überlieferungen erst drei Jahrhunderte später gesammelt und aufgezeichnet wurden. Ihre Auswahl (nur 7 Prozent aller Überlieferungen wurden von al-Bukhari ausgewählt) war wiederum völlig vom Urteil eines einzigen Menschen abhängig.
10. Die Behauptung, daß es in den koranischen Manuskripten keinerlei Abweichungen gibt, kann nur beurteilt werden, wenn man bedenkt, daß der dritte Kalif, Othman, die Zerstörung aller Manuskripte befahl, die außer seines revidierten Textes vorhanden waren. Darunter fielen u. a. die vier Versionen des Hijasi, Kufischen, Basranischen und Syrischen Textes.
Quellen
Literatur:
Benedikt Peters, Der 11. September, der Islam und das Christentum, Bielefeld: CLV, 2002,
Christiane Schirrmacher, Islam Band 1, Filderstadt: Hänssler-Verlag, 1994
Gerhard Nehls, Was Christen über Moslems wissen sollten, Filderstadt: Hänssler-Verlag, 1984
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Ins Netz gesetzt am 27.06.2002; letzte Änderung: 24.05.2008
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