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Die weitere Ausbreitung des Islam



Die Zeit der Omaijaden (661-750 n.Chr.)

  • Nach dem Tod Alis, des vierten Kalifen (661 n.Chr.), spaltete sich die islamischen Gemeinschaft in die mehrheitlichen Sunniten und die kleinere Gruppe der Schiiten. Letztere folgen den Nachkommen Alis, also den leiblichen Nachfahren Mohammeds.

  • Das erste sunnitische Kalifat war die "Omaijaden-Dynastie" (661-750 n.Chr.), die von Damaskus in Syrien aus regierte.

  • Die Regierungszeit der Omaijadendynastie ist die Periode, in der sich das aus den arabisch-muslimischen Eroberungen hervorgegangene Reich organisierte.

  • Arabien verlor dabei für immer seine Bedeutung.

  • Im Osten wurde der Iran erobert, wenn auch viele Bergstämme, wie z.B. die Kurden, ihre Selbständigkeit bewahren konnten. Auch in Afrika kam man voran. Kathargo fiel ca. 696 n.Chr.

  • Insgesamt erfolgten die Eroberungen entlang demselben Breitengrad, da die Araber sich hier leichter heimisch fühlten und besser kämpfen konnten.

  • Die meisten besiegten Völker nahmen nicht an den weiteren Kämpfen teil, bei anderen - wie bei den Berbern - war es sogar notwendig, sie zu beteiligen.

  • 711 n.Chr setzten 7000 muslimische Soldaten unter der Führung von Tarik ben Ziyad nach Spanien über und erobern die Iberische Halbinsel.
  • Erst 732 n. Chr. (also 100 Jahre nach Mohammeds Tod) wurdem dem islamischen Vormarsch ein Ende gesetzt. Karl Martell besiegte bei der Schlacht von Poitiers die islamische Nordarmee unter General Abd-ar-Rahman al-Ghafiki und zwang die Eroberer zum Rückzug.


Die Abbasiden (750 n.Chr. - 1258 n.Chr.)

  • 750 n.Chr. machte sich Abul Abbas, ein Nachkomme von Mohammeds Onkel, die Mißstimmungen in Persien zunutze. Er erhob Ansprüche auf das Kalifat für seine Familie.

  • Nach seiner Wahl ließ Abul Abbas alle seine Gegner grausam töten oder gefangensetzen.

  • Bis auf einen wurden alle Angehörigen der Sippe Omaijas ausgerottet.

  • Die Herrschaft der Abbasiden dauerte ca. 500 Jahre, nämlich von 750 n.Chr. bis 1258 n.Chr.

  • Ihre Residenz errichteten sie in Bagdad.



Das selbstständige omaijadische Kalifat von Cordoba (ab 756 n.Chr.)

  • Abd Ar-Rahman I. war einer der ganz wenigen Omaijaden, die dem Blutbad von Abul Abbas im Jahr 750 n.Chr. entronnen waren. Er floh zunächst nach Nordafrika und wurde 756 n.Chr. Herr von fast ganz Spanien.

  • Er selbst begnügte sich mit dem Titel Emir und brachte so zum Ausdruck, daß er das Kalifat nicht antasten und die Einheit der Gläubigen nicht spalten wollte.

  • Erst im Jahr 929 n.Chr. nahmen die Herrscher dort auch den Kalifentitel in Anspruch, so daß zu dieser Zeit mehrere Kalifen in der islamischen Welt regierten. Jeder Kalif nahm für sich in Anspruch, der einzige rechtmäßige Kalif zu sein.



Die weitere Entwicklung der islamischen Reiche - die Osmanen (Ottomanen)

  • Als Gegenreaktion auf die islamischen Eroberungen, die mit Greultaten gegen christliche Pilger verbunden waren, kam es ab 1095 zu den Kreuzzügen. (Drei Links zu den Kreuzzügen: Die Kreuzzüge [eine gute Übersicht]  Die Kreuzzüge [ein umfangreiches Schulprojekt]   Quellen zu den Kreuzzügen)

    • 1. Kreuzzug: 1096 - 1099 n.Chr. Papst Urban II. rief zum Ersten Kreuzzug auf. Anlass war das Hilfegesuche des byzantinischen Kaisers Alexius, der sich vom islamischen Heer bedroht sah.

    • 2. Kreuzzug: 1147 - 1149 n.Chr. Bernhard von Clairveaux drängte die Könige von Frankreich (Ludwig VII) und von Deutschland (Konrad III) zu diesem Feldzug. Er war eine militärische Katastrophe.

    • 3. Kreuzzug: 1189 - 1192 n.Chr. - Kaiser Barbarossa leitete ihn.

    • 4. Kreuzzug: 1202 - 1202 n.Chr. - Kinderkreuzzug

    • 5. Kreuzzug: 1228 n.Chr. - Unter Kaiser Friedrich II. Er erreichte die Freigabe der christlichen Pilgerstätten

    • 6. Kreuzzug: 1248 - 1254 n.Chr. Der franzöische Kaiser Ludwig IX. scheiterte mit ihm.

    • 7. Kreuzzug: 1270 n.Chr. Zug nach Tunis - er war ein Mißerfolg

    • 1291 n.Chr. ging in Palästina die letzte Bastion Akko verloren.

  • 1099 n.Chr. wurde Jerusalems durch das christliche Kreuzzugsheer erobert.

  • 1187 n.Chr. eroberte Saladin Jerusalem zurück.

  • 1236 n.Chr. wurde das spanische Córdoba wird wieder christlich.

  • 1248 n.Chr. wurde die Alhambra in Granada gebaut.

  • 1258 n.Chr. nahmen die Mongolen die Stadt Bagdad ein;
    • Das Kalifat von Bagdad (Abbasiden) ging unter.
    • Das Kalifat ging nach Kairo über.

  • 1301 n.Chr. Unter dem Emir Osmanen I. (Osman 1281 - ca. 1324) entstand ein neues islamisches Großreich:
    • Es hatte bis zum Ersten Weltkrieg Bestand.
    • Das Reich erstarkte vor allem durch sein klar strukturierte Armee.
    • Grundlage der militärischen Macht wurden die Janitscharen (jedes fünfte christliche männliche Kind mußte dem islamischen Staat übergeben wrden, damit es zum fanatischen moslemischen Soldaten erzogen würde)
    • Das Osmanische Reich war durch eine gewaltige Gebietsausdehung gekennzeichnet.
    • Die neuen Sultane beanspruchten das Kalifat.

  • 1455 n.Chr. fiel Konstantinopel, das frühere Byzanz und heutige Istanbul in die Hand der Türken (Osmanen).
    • Die Kaiserkirche Hagia Sofia wurde in eine Moschee umgewandelt.
    • Die Stadt wurde zu Istanbul und Hauptstadt des osmanischen Großreiches und zum Kalifat.

  • Im 16. Jh. begannen die Auseinandersetzung der habsburgischen Herrscher Österreichs und Spaniens mit den Osmanen.

  • 1527 n.Chr. Die Türken wurden bei der Seeschlacht von Lepanto vom spanischen König Philipp II. vernichtend geschlagen.

  • 1529 u. 1683 n.Chr. Die Türken belagerten unter dem Osmanschen Sultan "Süleiman der Prächtige" erfolglos die katholische Kaiserstadt Wien.

  • 1698 n.Chr. Die Türken wurden aus Wien und Budapest vertrieben. Es war der Beginn des Verfalls des Osmanischen Reiches.

  • 1921 n.Chr. Das Kalifat (Istanbul) wird von Mustafa Kemal Pascha (* Saloniki 1881, Istanbul 1938) = Atatürk aufgelöst.




Quellen:

Literatur:
    Benedikt Peters, Der 11. September, der Islam und das Christentum, Bielefeld: CLV, 2002,
    Christiane Schirrmacher, Islam Band 1, Filderstadt: Hänssler-Verlag, 1994
    Gerhard Nehls, Was Christen über Moslems wissen sollten, Filderstadt: Hänssler-Verlag, 1984
Internet:



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Ins Netz gesetzt am 16.05.2002; letzte Änderung: 10.04.2015

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