Zeittafel zur Bibel 1

Zeit der handschriftlichen Vervielfältigung

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20.-5. Jh. v.Chr. Entstehung der Schriften des Alten Testaments
um 400 v.Chr. Entstehung des samaritischen Pentateuch
um 250 v.Chr. Übersetzung in Ägypten des hebräischen Alten Testaments ins Griechische (sog. "Septuaginta" [LXX])
200-100 v.Chr. Älteste erhaltene hebräische Handschriften des Alten Testaments (u.a. Funde aus den Höhlen von Qumran am Toten Meer).
Älteste erhaltene Handschriften der griechischen Übersetzung des Alten Testaments.
28 - 31 n.Chr. Wirken von Jesus Christus in Israel
48 - 64 n.Chr. Abfassung der Briefe des Apostels Paulus. (Der älteste Brief des Paulus ist der Galaterbrief)
Niederschriften der vier Evangelien.
Ende 1. Jh. Jüdische Schriftgelehrten in Palästina bestimmen den genauen Umfang der hebräischen Bibel.
In den christlichen Gemeinden der griechischen-römischen Welt steht jedoch von der Zeit der Apostel her die Septuaginta in kanonischem Ansehen - einschließlich einer Anzahl späterer Schriften, die die jüdischen Schriftgelehrten in Palästina nicht akzeptieren (Deuterokanonische Schriften / Apokryphen).
ab Ende 1. Jh. Zahlreiche Abschriften der biblische Schriften auf Papyrus.
Statt der traditionellen Schriftrollen bevorzugen Christen die Form des Kodex, eines Vorläufers der heutigen Buchform.
um 125 Ältestes erhaltenes Bruchstück des Neuen Testaments (Papyrus P52)
um 144 Marcion in Rom stellt das Lukas-Evangelium und zehn Paulusbrief in einer verkürzten Bearbeitung zusammen.
Mit dieser sehr engen Auswahl gibt er der Kirche Anlaß, das zahlreich gewordene christliche Schrifttum zu prüfen und einen "Kanon", der als verbindlich anerkannten Schriften, abzugrenzen (Neues Testament)
um 200 Der Kanon des Neuen Testaments steht im Wesentlichen fest.
um 200 Frühe Übersetzungen des Neuen Testaments ins Lateinische (Vetus Latina oder Italia).
um 200 Wichtige Papyrushandschriften:
Chester-Beatty-Papyri (große Teile des Alten und Neuen Testaments [p45, p46, p47])
Bodmer-Papyri II, XIV und XV (u.a. Lukas und Johannes [P66, P75])
240-245 Origenes (185-254) stellt sechs verschiedene Textfassungen des Alten Testaments nebeneinander (Hexapla = »sechsfältiges« Bibelwerk): den hebräischen Grundtext, denselben Text in griechischen Buchstaben und vier griechische Übersetzungen.
Ziel ist eine Überprüfung der Septuaginta am hebräischen Text.
Anfang 4. Jh. Frühe Übersetzungen des Neuen Testaments ins Syrische (Vetus Syra), daraus geht in der 1. Hälfte des 5. Jh. die sog. "Peschitta" hervor.
350-380 Wulfila übersetzt im heutigen Bulgarien die Bibel ins Gotische.
382 Die Synode von Rom legt die 27 Schriften des Neuen Testaments als für die Kirche verbindlichen Kanon fest.
382-420 Hieronymus bearbeitet die altlateinische Bibel. Er übersetzt das Alte Testament neu aus dem Hebräischen ins Lateinische und revidiert den altlateinischen Text des Neuen Testaments.
So entsteht die später sogenannte »Vulgata«.
393 Die Synode in Hippo stellt ein erstes Kanonverzeichnis (=Verzeichnis der Teile der Bibel) auf.
4. Jh. Übersetzung des NT ins Koptische.
4.-5. Jh. Die großen Pergament-Kodizes werden geschrieben
  • Codex Vaticanus (ca. 300 - 325)
  • Codex Sinaiticus (ca. 350)
  • Codex Alexandrinus (ca. 400 - 425)
  • Codex Ephraemi rescriptus (ca. 450)
  • Codex Bezae Cantabrigiensis (ca. 450)
um 500 Der "Codex Argenteus" von Wulfilas gotischer Bibel wird geschrieben.
5. Jh. Die berühmten Targume (Übersetzung ins Aramäische) von Onkelos und Jonathan entstehen.
8.-19. Jh. Tätigkeit der jüdischen Masoreten in Tiberias und Babylonien am hebräischen Text des Alten Testaments (Ben Ascher).
um 800 Revision der lateinischen Bibel durch Alkuin auf Veranlassung Karls des Großen.
Erste bekannte Übersetzung ins Deutsche: Das Matthäus-Evangelium in einem süddeutschen Dialekt (althoch-deutsch) durch Mondseer Matthäus.
Bis zur Reformation entstehen bis zu 70 weitere deutsche Übersetzungen.
8.-11. Jh. Prunkvolle Bibelhandschriften mit Miniaturmalereien entstehen.
11. Jh. Der Mönch Notker Labeo übersetzt den Psalter,
Williram das Hohelied ins Deutsche.
um 1200 Der Erzbischof von Canterbury und spätere Kardinal Stephan Langton teilte die lateinische Bibel in Kapitel ein.
um 1305 Der Zürcher Mönch Marchwart Bibelt schuf die erste bekannte Übersetzung der ganzen Bibel ins Deutsche (Mittelhochdeutsch).
11.-15. Jh. Zahlreiche Übersetzungen biblischer Schriften und der ganzen Bibel ins Deutsche und in andere Volkssprachen.
Entstehung der Bilderbibeln.
Übergang vom Pergament zum Papier.
Drucke der Armenbibel von geschnittenen Holztafeln als Vorstufe des Bibeldrucks


Quellen

G. S. Wegener: 6000 Jahre und ein Buch, Kassel: Verlag Oncken, 1985

A. Holtzhausen: "Wie die Bibel zu uns kam" in der Zeitschrift von WYCLIFF "Welt der Schrift", Nr. 1/2003

Neil R. Lightfoot: Die Bibel - Entstehung und Überlieferung, Wuppertal: Verlag und Schriftenmission der Ev. Gesellschaft für Deutschland, 1983, 4. Auflage





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Ins Netz gesetzt am 29.05.2003; letzte Änderung: 27.04.2016
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