Christliches Leben braucht biblische Lehre

"Die Kleingruppe als Lerngemeinschaft"

- Die Thesen -

 

1. Bedürfnisse und Gefährdungen der frommen Erlebnisgesellschaft

1.1 Zu leicht und häufig auch leichtfertig wird Lehre gegen Leben ausgespielt. Konjunktur hat das Erlebnis, die Erfahrung; gefragt sind Gefühle und Befriedigung emotionaler Bedürfnisse.

Bei der Entscheidung der Gemeindezugehörigkeit geht es vorrangig um die Frage: Wo fühle ich mich wohl, wo kann ich etwas erleben, das mich auch als gesamte Person berührt, wo werden geistliche Erfahrungen vermittelt, die mich unmittelbar betreffen? In den Hintergrund tritt die Frage nach dem, was in der Gemeinde gelehrt wird, welche biblisch-theologischen Grundüberzeugungen vertreten werden.

Bei der Beurteilung seelischer Phänomene und geistlicher Erfahrungen wird kaum noch nach ihrer Verortung im biblischen Zeugnis gefragt, sondern nach ihrer Wirkung auf mich und meine Gefühlslage, auf meine Stimmung und emotionale Veranlagung. Ihre augenfällige Effizienz zählt! Gesucht sind "Instant-Lösungen"!

 

1.2 Unser Reden von "Erlebnisgemeinschaft" kann und darf nicht bedeuten, daß wir auf gründliche Lehre verzichten. Vielmehr muß die Frage lauten: Können wir unsere Erlebnisse und geistlichen Erfahrungen so deuten, daß wir sie als biblisches Verheißungsgut identifizieren können?

Defizite in der biblischen Lehre wirken sich so aus, daß Menschen leicht verführbar und manipulierbar werden, daß sie anfällig sind für manche Irrlehren, für fromme Trends, für die Sucht nach sensationeller Aufweisbarkeit und spektakulären Erfahrungen. Ohne Lehre werden wir anfällig für jeden "religiösen Infekt", weil die gesunden Abwehrkräfte und Immunstoffe fehlen.

In Zeiten der Anfechtung, wenn Erlebnisse ausbleiben, droht der Glaube zu sterben. Wie tief reichen unsere Wurzeln?

Eine Gemeinschaft, die lediglich auf eine Erlebnisfrömmigkeit gegründet ist, wird keine Überlebenschancen haben; sie wird sich in eine Scheinwelt flüchten, in der ständig die gesuchten Erlebnisse "produziert" werden müssen und die letztlich an Unaufrichtigkeit zerbricht.

 

1.3 Glaube zielt auf Erfahrung, aber er lebt nicht von Erlebnissen, sondern vom Wort Gottes.

Weil wir an den lebendigen Herrn und Gott glauben, der sich uns durch den Heiligen Geist bezeugt, der uns in unserem Denken, Fühlen und Wollen anspricht und verändert, dürfen wir von Erfahrungen des Glaubens sprechen (1Joh 1,1-3; 2.Petr 1,16-21).

Gotteserfahrung ist Werk des Heiligen Geistes und bleibt immer ein Wunder, aber sie will erklärt, verstanden und bezeugt werden! Der Glaube an den lebendigen Gott ist kein Rausch, entsteht nicht in Ekstase oder Gefühlsduselei, sondern drängt auf verstehende Einsicht, auf denkende Verantwortung (1.Petr 3, 15).

Wenn Christen nichts mehr erleben, müssen sie sich nach ihrem Glauben, nach der Lebenskraft ihres Glaubens fragen lassen. Zu Recht haben wir als Freikirchler hier diesen Widerspruch angemeldet gegenüber einem "orthodoxen Protestantismus". Aber nur Erlebnisse, die theologisch gedeutet und geistlich eingeordnet werden, können zu Erfahrungen werden, die den Glauben vertiefen.

Wir gründen nicht auf dem schwankenden Boden seelischer Empfindungen, sondern auf dem festen Fundament des Wortes Gottes, und nur so kann Gemeinde Jesu Christi leben und überleben.

 

2. Die Einladung Jesu: Kommt her zu mir und lernt von mir (Mt 11, 28f.)

2.1 Nach dem Zeugnis der Evangelien ist Jesus Lehrer, Evangelist und Prophet, und gerade darin erweist er sich als der verheißene Messias, der von Gott gesandte Erlöser. Das gesamte Wirker Jesu steht also unter dem Vorzeichen des Evangeliums. Seine Worte wie seine Taten bestätigen, daß mit seinem Kommen die heilvolle Herrschaft Gottes angebrochen ist.

2.2 Unübersehbar weisen ihn seine Taten als den versprochenen Messias aus: Dämonenaustreibungen, Krankenheilungen und Totenauferweckungen sind Zeichen der angebrochenen Gottesherrschaft (Mt 11, 2-6; Mt 4, 23). Jesu Lehre wird durch seine Taten bestätigt, wie seine Taten durch seine Lehre recht gedeutet werden. Ohne die Verkündigung Jesu sind auch seine Taten nicht angemessen zu verstehen; sie blieben ambivalent und würden die Sucht nach Sensationen fördern. Die Lehre in Vollmacht meint die Zusammengehörigkeit von Wort und Tat, die dem Wesen des göttlichen Wortes entspricht (Ps 33, 9; Jes 55, 11).

2.3 Jesus schöpft seine Vollmacht nicht aus seinem Studium oder aus seiner Stellung als Schriftgelehrter, sondern allein aus der tiefen Übereinstimmung mit dem Willen Gottes, aus seiner einzigartigen Sendung als Sohn des Vaters (Joh 7, 16.28f.), die ihm das Recht verleiht, in höchster Verbindlichkeit den Anspruch Gottes an die Menschen zu verkündigen. Dabei greift Jesus ständig auf das Alte Testament zurück und nimmt für sich in Anspruch, authentisch das göttliche Gebot auszulegen ("Ich aber sage euch" oder "Amen, amen, ich sage euch").

2.4 Jesus als Lehrer hat nicht unverbindlich über Gott informiert, sondern den Anspruch des lebendigen Gottes an den Menschen, an sein Wollen wie an sein Denken und Fühlen verkündigt. Mit seiner Lehre stellt Jesus den Menschen vor Gott und immer in eine Entscheidung. An der Lehre Jesu scheiden sich die Geister: Joh 6, 60-71; Joh 7, 40-52 u. ä.

2.5 Aus diesem Verständnis der Lehre Jesu ergibt sich konsequent der Ruf in die Nachfolge. So wie die Nachfolge das einzig angemessene Verhalten des Menschen angesichts der angebrochenen Gottesherrschaft ist, ist auch die ihr entsprechende Lehre nur in der Nachfolge, in der Christusgemeinschaft recht zu hören und zu befolgen. Das heißt, hier ist nicht Lehre gegen Leben auszuspielen, sondern die Lehre wird als Anleitung zum Leben unter der Gottesherrschaft erkennbar und erfahrbar.

 

3. Der Auftrag Jesu: Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe (Mt 28, 20) - Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel (Apg 2, 42).

3.1 Weil Jesus der Herr seiner Gemeinde ist, bleibt er Lehrer seiner Gemeinde. Seine Stellung ist durch niemanden in der Gemeinde zu ersetzen: Mt 23, B. Darum steht die Gemeinde Jesu nach Pfingsten nach wie vor unter dem Anspruch ihres Herrn. Die Apostel gelten als Garanten für die Identität des Evangeliums Jesu Christi, mit der Apostellehre wird das Wort des Herrn in der Gemeinde weitergegeben.

3.2 Der Heilige Geist verweist die Gemeinde auf ihren Herrn und erinnert an sein Wort, indem er es für die Gemeinde als gültiges Wort ihres Herrn aktualisiert (Joh 14, 26; Joh 16, 13f.). Biblische Lehre ohne das Zeugnis des Heiligen Geistes würde zu totem Buchstaben, zum Gesetz erstarren. Durch die lebenschaffende Kraft des Geistes wird das Wort der Heiligen Schrift zum lebendigen Wort des lebendigen Herrn (Hebr 4, 12; Hebr 13, 8).

3.3 Die Liebe zu Jesus, das Hören auf den Heiligen Geist bestätigen sich in der Treue zum Wort les Herrn, wie es uns in der Bibel überliefert ist. Nur als Schüler der Heiligen Schrift bleiben wir Nachfolger Jesu Christi.

3.4 Biblische Lehre meint in erster Linie Weitergabe, Überlieferung des anvertrauten Gutes (5.Mose 6, 6-9.20-25; 1.Tim l, 18; 2.Thess 2, l5). Wir haben also nichts Neues zu erfinden, nichts Aktuelles auszudenken, sondern das Zeugnis der Gottesoffenbarung in seinem Wort treu und sorgfältig weiterzugeben. Indem die grundlegenden Taten Gottes, die er in der Geschichte gewirkt hat, weitergegeben werden, wird zugleich deutlich, das sie unsere Gegenwart bestimmen. Auch wenn sie in der Vergangenheit geschehen sind, sind sie doch nicht in der Vergangenheit versunken. Weil sie ein für allemal geschehen sind. sind Gottes Taten an uns und für uns geschehen. Damit bekommt "Tradition" im biblischen Sinn eine ganz neue Bedeutung.

3.5 Zugleich sehen wir, daß es bei der biblischen Lehre nicht um eine historische Berichterstattung geht. Weil sie Glaubensaussage ist, zielt sie auf Glauben, auf Erweckung, Stärkung und Ausbreitung des Glaubens bei dem Adressaten der Lehre. Nicht zufällig kann das Wort Lehre/ lehren durch Begriffe wie verkündigen, evangelisieren ersetzt werden, so daß lehren auch eine evangelistische Dimension enthalten kann.

3.6 An der Zusammengehörigkeit von Lehre und Gemeindeseelsorge in den neutestamentlichen Briefen ist deutlich zu erkennen, daß die Lehre Jesu, wie sie uns in der Heiligen Schrift überliefert ist, als Anleitung zum Leben in der Nachfolge, als Weisung für die Gerechtfertigten zum Leben in der Heiligung verstanden werden will. Damit ist eine Intellektualisierung oder schwärmerische Ideologisierung der Lehre Jesu ausgeschlossen. Ohne die Bereitschaft zur Nachfolge Jesu ist seine Lehre nicht angemessen zu verstehen.

 

4. Biblische Lehre in verbindlicher Gemeinschaft

4.1 Biblische Lehre ist nicht auf private Wissensaneignung gerichtet, sondern kommt in der Gemeinschaft der Gemeinde zu ihrem Ziel. Sie dient der Auferbauung der Gemeinde, nicht den Sonderinteressen von Individualisten. Das wird sich gerade in der Kleingruppe bewähren müssen.

4.2 Weil Lehre immer auch Zeugnis ist, geht es bei der Vermittlung der biblischen Lehre um Transparenz im Blick auf die Auswirkung der Lehre auf unser Leben. Biblische Lehre ist Nachfolgeunterweisung, die auf Lebensgestaltung zielt. Nur wer selber Schüler Jesu Christi und seines Wortes bleibt, kann für andere Lehrer sein.

4.3 In der Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern können wir uns nicht hinter dogmatischen Aussagen verstecken, sondern müssen uns daraufhin befragen lassen, wie sich biblische Lehraussagen in unserem eigenen Leben auswirken (z. B. beim Thema Gebet geht es auch um mein Gebetsleben, um Gebetserhörungen und offene Fragen!). Gerade deswegen wird eine Kleingruppe für Suchende und Fragende hilfreich und überzeugend sein.

4.4 Biblische Lehre in der verbindlichen Gemeinschaft einer Kleingruppe wird immer auch das Gespräch zwischen den Generationen fördern. Die Erfahrungen der Mütter und Väter im Glauben werden für die jungen Christen um so eher wichtig, als sie ehrlich weitergegeben und nicht als verbindliche Normen zur Verpflichtung gemacht werden.

4.5 Biblische Lehre in der Gemeinschaft mit anderen Christen bewahrt vor der Absolutierung persönlicher Erkenntnisse und weitet den Blick über die Grenzen meines Verstehens hinaus. Biblische Bücher und Texte, zu denen ich persönlich vielleicht keine nähere Beziehung habe, dürfen dennoch nicht ausgeblendet und der Gemeinde vorenthalten werden. Möglicherweise helfen mir die Erfahrungen meiner Gesprächspartner mit den mir fremden Texten dazu, einen neuen Zugang zu ihnen zu finden.

4.6 Wir Freikirchler betonen, daß Theologen kein Monopol der Schriftauslegung beanspruchen dürfen. Wir lassen uns durch theologisch geschulte Frauen und Männer zum rechten Lesen und Verstehen der Bibel anleiten, um angemessen gewichten und die heilsgeschichtlichen Zusammenhänge in der Schrift erkennen zu können, achten aber auch die geistliche Kompetenz unserer Schwestern und Brüder, die ohne theologische Vorkenntnisse das Wort Gottes lesen und interpretieren. Die Bibel gehört immer der Gemeinde und will in der Gemeinde gemeinsam gelesen und ausgelegt werden.

4.7 Wenn wir das ernst nehmen, kann ein individualistischer Umgang mit der Heiligen Schrift ("meine Bibel und ich"), eine privatisierende Auslegung, das Beharren auf Sonderlehren und die Verabsolutierung der eigenen Schrifterkenntnis vermieden und korrigiert werden.

4.8 Vorrangige Aufgabe der Gemeindeleitung ist es, dafür Sorge zu tragen, daß das Wort Christi in seinem ganzen Reichtum in der Gemeinde zu seinem Recht kommt, wirklich ein Zuhause in der Gemeinde hat (Kol 3, 16). Darum ist für die persönliche Begleitung der Mitarbeiter im Lehr- und Verkündigungsdienst, für ihre fachliche Schulung und theologische Zurüstung besonders zu investieren. Hier stellt sich konkret die Frage danach, wie wichtig dem Pastor, der Gemeinde Leitung, die GBS-Arbeit in der Gemeinde ist!

4.9 Biblische Lehre als Evangelium sammelt die Gemeinde und richtet sie auf Jesus Christus, ihren Herrn aus. Diese Konzentration bewahrt die Kleingruppe vor einer selbstgenügsamen Introvertiertheit und die Gemeinde vor einer Verzettelung in ein "frommes Allerlei".

4.10 Daß gesunde Lehre zu gesundem geistlichen Wachstum führt, wird immer daran erkennbar, daß in der Kleingruppe wie in der Gemeinde die Dimension der Sendung ernst genommen und umgesetzt wird. Der Auftrag Jesu zu lehren ist Teil des Missionsbefehls!

 

"Die Kleingruppen als Lerngemeinschaft"

- Das Referat - [ 1 ]

 

1. Bedürfnisse und Gefährdungen der frommen Erlebnisgesellschaft

Zu 1.1 Wir starten mit einer kleinen Beobachtung. Ich spreche zunächst über die Bedürfnisse und Gefährdungen der frommen Erlebnisgesellschaft. Zu leicht - und häufig auch zu leichtfertig - wird Lehre gegen Leben ausgespielt. Das Erlebnis hat heute Konjunktur, die Erfahrung, der Kick. Gefragt sind Gefühle und die Befriedigung emotionaler Bedürfnisse. Man geht nicht heute einfach in eine Badeanstalt; man geht in ein Erlebnisbad. Und man geht auch zu einem Erlebnisfriseur, weil das Haareschneiden ein Erlebnis werden muß. Und vielleicht gehen wir auch bald in Erlebnisgottesdienste.

Das sind Beobachtungen, die ihr genauso kennt wie ich. Beider Entscheidung der Gemeindezugehörigkeit - zum Beispiel - geht es vorrangig um die Frage: Wo fühle ich mich wohl? Wo kann ich etwas erleben, das mich als gesamte Person berührt? Wo werden geistliche Erfahrungen vermittelt, die mich unmittelbar betreffen? Dagegen tritt die Frage in den Hintergrund, was in der Gemeinde gelehrt wird, welche biblisch-theologischen Grundüberzeugungen vertreten werden.

Das muß uns zu denken geben. Einmal natürlich, daß wir es offensichtlich nicht geschafft haben, Lehre in einer Weise zu vermitteln, die dem Leben dient. Wenn heute nur noch "Glaube light" gesucht wird und die Kuschelgemeinde, in der ich mich wohl fühlen kann, ohne daß ich mir Gedanken darüber mache, was lehrmäßig in dieser Gemeinde vertreten wird, dann muß uns das hellhörig machen. Jeder, der das Neue Testament kennt, weiß doch, daß IrrIehren und Irrlehrer oft den bestimmenden Hintergrund bei der Ausformulierung der biblischen Lehre bildeten. Aber das ist doch für uns heute gar kein Thema mehr! Wer spricht denn bei uns noch von Irrlehrern? Oder tauchen die bei uns sowieso nicht auf, weil wir eben nur Insider erreichen?

Ich gebe zu bedenken: Die Zeit, in der wir leben, hat unter geistesgeschichtlichen Aspekten sehr viel Ähnlichkeit mit der Zeit des ersten nachchristlichen Jahrhunderts. Und ich überlege, ob nicht die Frage der Abgrenzung zu Irrlehren wieder neu in die biblische Lehre mithineingehört. Also: mit "Glaube light" kann es wohl nicht gehen.

Das nächste, was ich sage, schließt sich unmittelbar daran an. Bei der Beurteilung seelischer Phänomene und geistlicher Erfahrungen wird kaum noch nach ihrer Verortung im biblischen Zeugnis, sondern auf ihre Wirkung auf mich, auf meine Gefühlslage, auf meine Stimmungen gefragt. Ihre augenfällige Effizienz, die Instant-Lösungen, die sich schnell, ohne große Mühe auflösen lassen, sind offensichtlich heute auch in den Kreisen der Frommen attraktiv. Wenn wir geistliche Phänomene -auch gute geistliche Erfahrungen - nicht mehr identifizieren können als das, was entweder vom Geist Jesu Christi kommt, oder als das, was möglicherweise von einem anderen Geist angeregt sein könnte, dann sind wir tatsächlich einem Wirrwarr von allen möglichen Phänomenen mehr oder weniger hilflos ausgeliefert.

Zu 1.2 Unser Reden von Erlebnisgemeinschaft, das ja typisch für unsere freikirchlichen Gemeinden ist, kann und darf doch nicht bedeuten, daß wir auf gründliche Lehre verzichten. Vielmehr muß die Frage lauten: Können wir unsere Erlebnisse und geistlichen Erfahrungen so deuten, daß wir sie als biblisches Verheißungsgut identifizieren können?

Ein Beispiel dazu, ohne jetzt die Gemüter wieder neu zu erregen: Die Diskussionen um den sogenannten Toronto-Segen haben gerade das in unseren frommen Kreisen deutlich gemacht: Hier hat es uns gefehlt an der Verortung im biblischen Zeugnis. Und von der Wirkung waren offensichtlich viele so geblendet und fasziniert, daß das Phänomen an sich schon interessant war - ohne es richtig zu orten und zu identifizieren.

Ich verrate nun kein Geheimnis, wenn ich daran erinnere, daß Defizite in der biblischen Lehre sich immer so auswirken, daß Menschen leicht verführbar und manipulierbar werden. Sie sind anfällig für manche IrrIehren, für Trends, für die Sucht nach sensationeller Aufweisbarkeit und nach spektakulären Erfahrungen. Man handelt sich heute schnell einen religiösen Schnupfen ein, weil die Widerstandskräfte fehlen. Wir sind offensichtlich nicht immun, nicht genügend immunisiert durch eine gesunde Ernährung, die uns möglicherweise vor manchen Erkältungskrankheiten besser schützen und bewahren könnte. Das andere werden auch manche von euch leidvoll bestätigen: In Zeiten der Anfechtung, wenn die Erlebnisse eben ausbleiben, dann droht der Glaube zu sterben, der nicht andere Fundamente hat als unsere Erlebnisseligkeit.

In "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupery gibt es diese schöne Stelle, wo der kleine Prinz in der Wüste ist. Er sagt zur Blume: "Wo sind die Menschen?" Und die Blume antwortet: "Die Menschen? Es gibt, glaube ich, sechs oder sieben. Ich habe sie vor Jahren gesehen. Aber man weiß nie, wo sie zu finden sind. Der Wind verweht sie. Es fehlen ihnen die Wurzeln, das ist sehr übel für sie." - Sie haben keine Wurzeln. Und wer ohne Wurzeln in der Wüste überleben wollte, der geht ein lebensgefährliches Abenteuer ein. Ich denke, hier werden wir wach sein müssen als Jüngerinnen und Jünger Jesu, daß wir gut und tief genug verwurzelt sind. Und schließlich - auch das werdet ihr wissen aus eigener leidvoller Erfahrung in euren Gemeinden: Eine Gemeinschaft, die lediglich auf Erlebnisfrömmigkeit gegründet ist, wird keine Überlebenschancen haben. Sie wird sich in eine Scheinwelt flüchten, in der ständig die gesuchten Erlebnisse produziert werden müssen. Letztlich wird sie an ihrer Unaufrichtigkeit zerbrechen. Manchmal haben wir solche Leute dann in der Seelsorge, die das hinter sich haben: diesen Druck, immer bestimmte religiöse Erlebnisse haben zu müssen. Und wenn sie nicht von allein kommen, dann muß man sie produzieren. Und an dieser Unaufrichtigkeit geht dann irgendwann diese Gemeinschaft zugrunde.

Zu 1.3 Ich bin überhaupt nicht gegen christliche Erlebnisse. Darum sage ich: Glaube zielt auf Erfahrung; aber er lebt nicht von Erlebnissen, sondern vom Wort Gottes. Ich versuche das deutlich zu machen mit einer theologischen Formulierung: Der Glaube an Gott ist ein riesengroßes Wunder und ein Geschenk des Heiligen Geistes. Aber der Glaube an Gott ist nie ein Rausch, nie eine Ekstase. Wenn Paulus einmal von einer Ekstase redet, dann redet er nicht von den Grundlagen seines Glaubens und seiner Christuserfahrung, Der Glaube an Gott ist ein Wunder des Geistes Gottes, aber er will bedacht, er will erklärt, er will dargelegt, er will bezeugt werden. Und Menschen, die ihren Glauben nicht erklären können, haben noch nicht verstanden, was sie mit dem Glauben empfangen haben (1Joh 1,1-3; 2Petr 2,16-21).

Ich denke, das Wort aus dem zweiten Petrusbrief ist eine gute Ermutigung, bereit zu sein, Rechenschaft abzulegen über die Hoffnung, die in uns ist. Denn - so sagt die andere Bibelstelle - wir haben etwas erlebt, wir sind nicht klugen Fabeln gefolgt, wir haben gesehen, angefaßt, berührt. Und das, was wir gesehen und erlebt haben, das bezeugen wir euch. Also: Wenn Christen nichts mehr erleben würden, dann müßten sie sich nach der Lebenskraft ihres Glaubens fragen lassen. Ich denke wir Freikirchler haben zu Recht Protest angemeldet gegenüber einem "orthodoxen Protestantismus", der nur auf die inhaltliche Lehrbildung abheben wollte, der aber nicht daran interessiert war, was die Lehre im Leben der Glaubenden bewirkt und bedeutet. Gerade die Freikirchler haben davon der Erfahrung des Glaubens gesprochen - wo manche orthodoxen Protestanten sehr kritisch und zurückhaltend waren. Wir haben Erfahrungen zu berichten vom Glauben her. Aber diese Erfahrungen wollen auf dem festen Fundament des Wortes Gottes bedacht, reflektiert und richtig eingeordnet werden.

Die Rechtfertigungslehre kann man als ein Lehrstück lutherischer Theologie so strapazieren, daß einem der Kopf dröhnt. Wir müssen die Rechtfertigungslehre begriffen haben, um zu wissen, daß wir von Gott um Jesu willen ohne Verdienst und Werke angenommen sind. Ich nehme dieses Beispiel, um deutlich zu machen: Wenn wir als Freikirchler nicht begriffen haben, daß wir die theologische Klärung der Rechtfertigungslehre ebenso brauchen wie die Erfahrung, gerechtfertigt zu sein und sich als Kind Gottes freuen zu dürfen, dann haben wir immer an diesem

Zwiespalt zwischen Lehre und Leben zu knapsen. Luther selber hat die Erfahrung der Rechtfertigung mit leuchtenden Worten beschreiben können, denn er hatte etwas erlebt. John Wesley hat in seiner Bekehrung etwas erlebt: Es wurde merkwürdig warm in seinem Herzen, als er das Wort der Erlösung begriffen hatte. Es gibt Erlebnisse - Gott sei Dank! -, aber sie wollen auch von der Lehre richtig bewertet werden.

 

2. Die Einladung Jesu: Kommt her zu mir und lernt von mir (Mt 11, 28f.)

Der zweite Teil meines Beitrags soll ein Hinweis auf das sein, was wir bei Jesus beobachten und lernen. Ich mache es hier kurz, obwohl es mir von der Bedeutung her sehr wichtig ist.

Zu 2.1 Ich finde das wichtig für jeden, der sich mit biblischer Lehre beschäftigt: Die Lehre, die wir weiterzugeben haben, steht unter dem Vorzeichen des Evangeliums. Sonst ist es nicht mehr die Lehre Jesu, die wir weitergeben.

Zu 2.2 An dem bekannten Text Mt 4 möchte ich das noch einmal zeigen: Wir lesen in Mt 4, 17, daß Jesus bei seinem ersten Auftreten die Botschaft verkündigt hat: Das Reich Gottes ist angebrochen. Dann heißt es von ihm: "Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk" (V. 23). - Lehren, verkündigen, heilen - und diese Verkündigung Jesu ist immer der Anbruch des Gottesreiches. Das umschreibt Jesu Wirksamkeit und Lehre: Heilen und verkündigen und lehren - das hängt so eng zusammen bei Jesus, daß wir gut daran tun, Lehre nicht isoliert zu betrachten. Wir sollten immer von diesem Gesamtzusammenhang ausgehen.

Wir merken zweitens: In diesem Text wird die öffentliche Wirksamkeit Jesu breit angedeutet. Das finden wir ja auch sonst im Evangelium berichtet. Jesus ist unterwegs, die Synagoge ist das Lehrhaus schlechthin. Er ist unterwegs, er lehrt seine Jünger und die Menschen, die ihm folgen; beim Essen oder bei einer Krankenheilung -wie auch immer. Und unmittelbar danach geht es in Mt 5 weiter. Es heißt: Jesus [ehrte seine Jünger. Auch das beobachten wir an vielen Stellen im Evangelium: Die öffentliche Lehre Jesu einerseits und die Jüngerbelehrung andererseits. Die Evangelisten wissen wohl zu unterscheiden, was von Jesus zu welcher Zeit und wie getan wird.

Das scheint mir ein wichtiger Gesichtspunkt, daß wir nicht zu blauäugig immer nur über Lehre sprechen und uns nicht vergegenwärtigen, wer die Adressaten eigentlich sind, die wir vor uns haben.

An dieser Stelle springt Edwin Brandt von Punkt 2.2 aus Zeitgründen auf Punkt 3. Bitte beachten Sie die Thesen 2.3, 2.4 und 2.5

 

3. Der Auftrag Jesu: Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe (Mt 28, 20)
- Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel (Apg 2, 42)

Zu 3.1 Weil Jesus der Herr seiner Gemeinde ist, bleibt er Lehrer der Gemeinde. Seine Stellung ist durch niemanden in der Gemeinde zu ersetzen. "Ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen, ihr sollt euch nicht Meister nennen lassen", sagt Jesus (vgl. Mt 23,8). Er sagt es ganz bewußt in Unterscheidung zu dem Lehranspruch, den die Pharisäer und Schriftgelehrten gestellt haben. Und Jesus kritisiert an ihnen gerade diesen Punkt, wenn er von ihnen sagt: "Sie sagen's zwar, tun's aber nicht" (Mt 23, 3). Also sie lehren zwar, sie machen Worte, aber sie selber richten sich nicht nach dem, was sie sagen. Und darum sagt Jesus: Diese Art von Lehre bitte nicht bei euch! Solche Lehrer seid ihr nicht und sollt ihr nie werden - die anderen Vorschriften machen und sich selber nicht danach richten. Solche Lehrer soll es in der Gemeinde Jesu nie geben. Darum sagt er: "Denn einer ist euer Lehrer, Christus" (V. 10).

Die Apostel stehen als Garanten für die Identität des Evangeliums. Das klingt jetzt vielleicht sehr theologisch, aber es ist ungeheuer wichtig. Wer sagt uns denn, daß das Schriftzeugnis verläßliche Kunde von Jesus ist? Was sagt ihr denn auf diese Fragen, wenn sie euch so gestellt werden? Wer sagt, daß die Bibel so gültig und verbindlich sein kann? Hier müssen wir ganz klar machen: Die Apostel stehen für die Identität des Evangeliums Jesu Christi. Und das Wort der Apostel ist in der Heiligen Schrift überliefert worden, im Neuen Testament. Darum heißt es zu Recht von der Urgemeinde: "Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel" (Apg 2, 42). Die Lehre der Apostel aber war keine andere Lehre als die ihres Herrn Jesus Christus.

Zu 3.2 Aber das andere müssen wir sofort dazusagen: Der Heilige Geist verweist die Gemeinde auf ihren Herrn und erinnert an sein Wort, indem er es für die Gemeinde als gültiges Wort ihres Herrn aktualisiert (Joh 14,26; Joh 16,13f.). Biblische Lehre ohne das Zeugnis des Heiligen Geistes würde zu toten Buchstaben, zum Gesetz erstarren. Auch das weiß jeder, der sich einmal in einer kleinen Gruppe am Ende einer Stunde gefragt hat: War heute der Heilige Geist als Schriftausleger gegenwärtig, oder haben wir uns bemüht, das Wort so recht orthodox zu verteidigen? Man kriegt das ja nicht immer so in der nötigen Trennschärfe hin. Aber wir wissen, daß wir alle miteinander nur durch Hilfestellung des Heiligen Geistes das Wort unseres Herrn wiedererkennen. Und ich denke, das muß die Gemeinde Jesu auf ihrem Weg zwischen Schwärmerei und Erstarrung sich gut in Erinnerung rufen lassen: Wir haben den Heiligen Geist nicht ohne das Wort Jesu. Und wir haben das Wort Jesu nicht ohne die Schrift. Beides gehört zusammen.

Adolf Pohl, der bekannte Schriftausleger, hat das - wie ich finde - sehr eindrücklich gemacht anhand des Wortes Hebräer 13,8: "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." Da sagt Adolf Pohl zum Beispiel: "Es gibt Leute, die sind an dem Jesus Christus heute interessiert. Die wollen wissen, was heute ihr Gemüt, ihre Seele berührt. Und dann muß hiervon diesem Wort gesagt werden: Ihr habt den Jesus heute nicht ohne den Jesus gestern, der in der Heiligen Schrift bezeugt ist. Wer einen Jesus heute haben will, ohne den in der Schrift bezeugten Jesus, der fällt einem Irrtum zum Opfer. " - Das andere sagt er auch: "Da gibt es Leute, die wollen den Jesus gestern ha:)en, das ist die Schrift, das ist das Verläßliche, da wußte man, wo es langgeht, das ist das konservierende Element." Und er sagt: "Ihr habt den Jesus gestern nicht, wenn ihr den Buchstaben hütet, sondern nur, wenn ihr durch den Buchstaben den Heiligen Geist hört, dann wird aus dem Wort der Schrift der Jesus heute."

Zu 3.3 Wir müssen hier also gut hören und lernen und dabei bleiben, daß das Wirken des Heiligen Geistes immer auf die Schrift zurückweist und daß die Schrift erst durch die Wirkung des Heiligen Geistes unter uns zu Jesus Christus führt.

Und darum ist ein ganz wichtiger Gedanke, daß man immer nur als Schüler der Heiligen Schrift Nachfolger Jesu Christi bleibt. Das ist leicht gesagt, ich weiß. Das geht mir auch schnell von den Lippen, und ich weiß doch, und ich ahne, welche Gewichtung dieser Gedanke hat: Nur als Schüler der Heiligen Schrift bleiben wir Nachfolger Jesu.

Zu 3.4 Was haben wir eigentlich weiterzugeben? Biblische Lehre ist anvertrautes Gut. Biblische Lehre ist uns überliefert worden. Wir denken sie uns nicht aus. Wir haben nichts Neues zu erfinden, nichts Aktuelles auszudenken, sondern das Zeugnis der Gottesoffenbarung in seinem Wort weiterzugeben, treu und sorgfältig. Das ist auch nicht überflüssig zu sagen, denn es kann ja sein, daß eine Kleingruppe von der Atmosphäre und von dem Gefühl her sehr gesegnet nach Hause geht. Und dabei hat keiner gemerkt, daß sie gar nicht ein Bibelwort bedacht haben. Aber es war so schön; es war richtig toll; es war richtig so das, was wir uns wünschen. Ja, sagt mal, warum wart ihr eigentlich zusammen?

Im Alten Testament gibt es dieses berühmte Wort, an das ich erinnern möchte: "Wenn dich nun dein Sohn morgen fragen wird: Was sind das für Vermahnungen, Gebote und Rechte, die euch der Herr, unser Gott, geboten hat?, so sollst du deinem Sohn sagen: Wir waren Knechte des Pharao in Ägypten, und der Herr führte uns aus Ägypten mit mächtiger Hand" (5Mose 6, 20ff.). Und dann wird die Geschichte Israels erzählt.

Das ist sozusagen der Urtyp von Weitergabe des Glaubens. Die Eltern geben den Kindern gegenüber weiter, sie erzählen nichts Neues, sondern sie erzählen die Geschichte von damals. Aber nicht so, daß die jungen Leute sagen: Ach, immer die alten Geschichten, jetzt kommen wieder die Zeugnisse aus der Kriegsgefangenschaft, die haben wir schon so oft gehört, wir können schon gar nicht mehr hinhören! Nein, in dem Sinne wie es auch im 5. Buch Mose heißt: "Nicht mit euren Vätern hat der Herr den Bund geschlossen, sondern mit euch." Und plötzlich wird über dem Erzählen der alten Geschichte der Hörer mit einbezogen, und der Sohn und die Tochter denken: Wir sind mitten dabei, bei dem Durchzug durchs Rote Meer. Wir sind mitten dabei bei dem Manna. Wir sind mitten dabei am Berg Sinai. Der hat keine Multimediashow vorgeführt, um die Leute jetzt mit solchen Tricks in eine bestimmte Welt zu entrücken. Nein, hier lernen wir, was Tradition im biblischen Sinne heißt: Tradition meint Vergegenwärtigung.

Das, was wir zu berichten haben, was wir lehren, das haben wir nicht erfunden, und wir müssen uns auch nicht genieren, daß wir immer das gleiche sagen, was in der Bibel nun schon über so viele Jahrzehnte und Jahrhunderte überliefert ist.

Bei Timotheus - nur ein Beispiel, wir könnten das an ganz vielen Texten noch verdeutlichen - ist es das gleiche: die überlieferte Lehre. Lehre, die dem Glauben gemäß ist. Timotheus hat sich nichts Neues ausgedacht, sondern hat die Lehre, die Paulus ihm weitergegeben hat, zu seiner Lehre gemacht. Und trotzdem war es nicht einfach eine Wiederholung dessen, was Paulus gesagt hat. Timotheus hat die Lehre für seine Zeit, für seine Gemeinde aktualisiert. Das ist dieser spannende Prozeß, in dem die Gemeinde Jesu bis heute steht und darum darf ich noch mal den Schluß von These 3.4 unterstreichen:

Indem die grundlegenden Taten Gottes, die er in der Geschichte gewirkt hat, weitergegeben werden, wird zugleich deutlich, daß sie unsere Gegenwart bestimmen. Auch wenn sie in der Vergangenheit geschehen sind, sind sie doch nicht in der Vergangenheit versunken.

Darüber werden wir auch noch weiter nachdenken müssen.

Zu 3.5 Wir sehen im Neuen Testament, daß es bei der biblischen Lehre nicht um eine historische Berichterstattung geht, sondern biblische Lehre ist Glaubensaussage und zielt auf Glauben, will Glauben wecken, vertiefen, fördern. Und darum ist es interessant, daß wir im Neuen Testament das Verblehren oder das Substantiv Lehre häufiger auch in ganz enger Entsprechung zu den Worten wie verkündigen und evangelisieren finden. Und ich stelle hier die These auf, daß Lehre immer auch eine evangelistische Dimension enthält. Ich will jetzt nicht sagen, alle Lehre müsse Evangelisation und alle Evangelisation müsse Lehre sein. Aber jeder von euch wird doch zugeben, daß gute biblische Lehre immer auch etwas Einladendes hat.

Wenn, wie ich vorhin gesagt habe, alle Lehre unter dem Vorzeichen des Evangeliums steht, dann muß biblische Lehre immer auch eine evangelistische Dimension haben. Daß wir heute zu Lehr-Evangelisationen einladen, ist ja ein Hinweis darauf, daß man mit gut begründeter biblischer Botschaft im lehrhaften Stil aber auch das Evangelium dem Menschen nahebringen kann. Denn wir wollen ja miteinander die Wahrheit des Glaubens denkend verantworten. Die Erneuerungsbewegungen in der Kirchengeschichte, ob wir die Reformation betrachten, den Pietismus oder die Erweckungsbewegungen, sie waren alle Bewegungen, die sehr viel Freude an der Theologie hatten.

Zu 3.6 An der Zusammengehörigkeit von Lehre und Gemeindeseelsorge in den neutestamentlichen Briefen ist deutlich zu erkennen, daß die Lehre Jesu, wie sie

uns in der Heiligen Schrift überliefert ist, als Anleitung zum Leben in der Nachfolge, als Weisung für die Rechtfertigung und zum Leben in der Heiligung verstanden werden will. An dieser Stelle merken wir wieder, daß es nicht geht, zwischen Leben und Lehre Widersprüche aufzustellen. Die neutestamentliche Lehre ist am Leben interessiert. Am Leben derer, die gerechtfertigt worden sind, und die jetzt in der Heiligung leben, in der Kraft des Heiligen Geistes.

Natürlich müssen wir im Blick auf unsere Gemeindegeschichte sagen, daß wir manchmal auch Lehren vertraten, die unsere Schwestern und Brüder krank gemacht haben. Und ich finde es wichtig, daß wir uns auch zu solchen Erkenntnissen stellen und uns nicht einfach wieder aus der Affäre ziehen. Es gibt im christlichen Raum tatsächlich auch eine Lehre, die Leute krank machen kann. Aber offensichtlich ist das selber eine falsche Lehre.

Denn an der Lehre Jesu sind Menschen immer gesundet und heil geworden. Und ich denke, ihr bekommt das ja ganz deutlich mit in euren Gesprächsgruppen, wie das, was wir lehrhaft vermitteln, bei unseren Schwestern und Brüdern, bei den Freunden und Gästen ankommt. Ob sie eine Ahnung davon bekommen, daß hier ein Angebot zur Heilung gemacht wird, oder ob sie es anders empfinden. Ich denke, wir sollten manche lehrhaften Aussagen der Vergangenheit einer kritischen Prüfung unterziehen, und uns heute fragen, wie wir es schaffen, daß die Lehre wirklich heil macht. Und das bedeutet eben keine andere Lehre als die Lehre Jesu!

 

4. Biblische Lehre in verbindlicher Gemeinschaft

Ich komme zum vierten, letzten Teil und möchte jetzt versuchen, daß nun auch anzuwenden und umzusetzen für die biblische Lehre in der verbindlichen Gemeinschaft, was wir bisher vom biblischen systematisch-theologischen Beobachten festgehalten haben.

Zu 4.1 Da ist es sicherlich schwierig, wenn einzelne Leute sich mit ihrem Sonderpfündlein profilieren möchten.

Zu 4.2 Schwestern und Brüder, ihr Gesprächsleiter in euren Kleingruppen, vielleicht berühre ich damit einen Punkt - und ich beziehe mich hier mit ein -, der schmerzlich sein kann. Stellt euch vor, ihr habt geistlich im Moment eigentlich nichts zu sagen, ihr seid leer, aber es ist Donnerstagabend und eure Leute kommen. Und sie erwarten von euch, daß ihr etwas parat habt. Manch einer wird dann dankbar sein, daß er das GBS-Heft hat. Da steht wenigstens etwas, was unabhängig von seiner Gefühlslage weitergegeben werden könnte. Ich weiß, wie schlecht man sich fühlt, wenn man anderen etwas erzählt von der Freude in der Geborgenheit bei Gott und selber im Moment ganz anders gepolt ist.

Zu 4.3 Die Transparenz in der Vermittlung der biblischen Lehre nimmt uns als Personen sehr ernst. Wir machen nicht uns als Person zum Thema der Lehre. Aber wir sind transparent für das, was wir sagen.

In der Gemeinschaft unserer Schwestern und Brüder können wir uns nicht hinter dogmatischen Aussagen und Richtigkeiten verstecken, sondern müssen uns daraufhin befragen lassen, wie sich biblische Lehraussagen in unserem eigenen Leben auswirken. Gerade deswegen wird eine Kleingruppe für Suchende und Fragende hilfreich und überzeugend sein.

Nehmen wir z. B. das Thema Gebet. Wenn fromme Christen über das Gebet reden, was fallen denen nicht alles für Bibelstellen ein! Aber es könnte sein, daß in der Gruppe mein Nachbar, der heute zum ersten Mal dabei ist, fragt: "Das ist ja interessant, beten Sie wirklich? Beten Sie auch mit Ihrer Frau, beten Sie auch mit Ihren Kindern? Und erhört Gott Sie immer?" Was sagen wir dann? - "Gott erhört uns immer, das steht doch so in der Bibel!"?

Aber dann werden wir plötzlich gefragt, wie sich das auswirkt bei uns selber, wie wir die Spannung aushalten, wenn Gott unser Gebet nicht so erhört hat, wie wir uns das eigentlich gewünscht hatten.

Oder wir sagen: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit" - ein klassisches Bibelwort (Mt 6, 33). Aber was sage ich, wenn mein Kollege fragt: "Sagen Sie, Herr Brandt, ist das bei Ihnen so, daß Gott sich um Ihre Sachen kümmert, wenn Sie sich um sein Reich kümmern?" Auf der Kanzel sage ich das dauernd. Aber in der kleinen Gruppe von Nichtchristen oder Noch-nicht-Christen wollen es die Teilnehmer genauer wissen. Unsere nichtchristlichen Bekannten und unsere Gäste in unseren Gemeinden und Kleingruppen lassen sich nicht abspeisen, wenn es zum Beispiel um Fragen der Auferstehung und des ewigen Lebens geht. Ich kann in einer frommen Gesellschaft und als Prediger auf der Kanzel schnell mal ungedeckte Schecks austeilen. Aber wehe, wenn einer mit diesem Scheck hingeht und wissen will, ob das stimmt, was da draufsteht. Ich glaube, hier wird für unsere Kleingruppen die größte Herausforderung und die größte Chance liegen. Die Gäste trauen sich ja nicht, einen Pastor zu unterbrechen, wenn er predigt. Das ist ja unser Glück! Aber in der Kleingruppe heißt es: "Moment mal, das hab ich jetzt nicht verstanden! Wie haben Sie das gemeint?"

Das ist für mich wirklich ein sehr wichtiger Teil, weil ich solche ernsten Nachfragen als heilsam empfinde für uns. Ich habe oft als Gemeindeprediger erlebt, daß wir in unseren Bibelgesprächskreisen junge Leute hatten, so von draußen, von der Welt, wie wir früher gesagt haben. Wenn die ihre unverblümten, frischen Fragen stellten, da haben die "alten" Baptisten aber geguckt und waren ganz verwundert, daß man solche Fragen überhaupt stellen kann, die uns manchmal in Verlegenheit gebracht haben. Ich meine nicht nur die Sprache Kanaans, das ist ja ein Thema, das sich wirklich für ein Kabarett eignet. Ich meine, daß wir manchmal zu vollmundig biblische Wahrheiten anderen servieren, aber nicht darauf vorbereitet sind, sie anderen in kleinen Häppchen so appetitlich zu servieren, daß sie sie auch verdauen können. Ich glaube auch, daß wir durch unsere noch-nicht-christlichen Gesprächspartner in der Kleingruppe sehr viel lernen können, und wir sollten uns diesem Lernprozeß nicht verweigern, so schmerzlich er auch manchmal sein mag.

Zu 4.4 Ich habe vorhin den klassischen Text 5.Mose 6, 20 genannt: "Wenn eure Tochter, euer Sohn, euch fragt ..." Manch ein Vater, manch eine Mutter würde sich wünschen, daß die Kinder sie doch einmal fragen. Früher, als sie klein waren, haben sie gefragt. Heute, als Teenies, fragen sie uns nicht mehr. Das sagen Eltern, und sind traurig darüber, weil sie den Eindruck haben, sie können reden und reden, aber ihre Kinder fragen sie nicht mehr nach dem Glauben.

Ich weiß nicht, welche Erfahrungen ihr gemacht habt mit generationsübergreifenden Kleingruppen, mit zielgruppenorientierter Arbeit, mit der Homogenität, wie das heute so auf Hochdeutsch heißt. Ich denke, der große Segen der Kleingruppen, die auch generationsübergreifend zusammengesetzt sind, liegt tatsächlich im Erfahrungsvorsprung der älteren Generation und dem Betroffenheitsvorsprung der jüngeren Generation. Wir haben unseren Kindern ja auch viel Traditionsgut mit Überliefert. Früher sind wir nicht ins Kino und nicht tanzen gegangen. Heute machen wir das zwar, aber wir wissen auch nicht ganz genau, warum wir es machen, und ob es richtig ist, daß wir es früher nicht gemacht haben. Wenn wir dann den jungen Leuten nur sagen können: Ach, das haben wir nie so gemacht. Das war bei uns nicht üblich", dann ist das natürlich kein überzeugendes Argument.

Ich greife ein Beispiel heraus: Die Sonntagsheiligung, die in manchen freikirchlichen Kreisen ein ganz hohes Gut war - obwohl sie streckenweise auch sehr gesetzlich gehandhabt wurde -, stiftete in der Gründerphase großen Segen: Man wollte wirklich den Sonntag als Tag des Herrn für das Reich Gottes einsetzen. Als diese Füllung verlorengegangen war und man die Sonntagsheiligung nur noch als Gesetz vermittelte, kam dann die Ruhe allen übergestülpt vor, und man konnte darin nicht mehr leben. Daß im 19. Jahrhundert unsere Mütter und Väter im Glauben sich in Kleiderfragen anders verhalten haben als ihre Gesellschaft, hing damit zusammen, daß damals die Kleiderfrage immer auch ein Statussymbol war. Die Leute aus der Freiherrengesellschaft hatten eben andere Kleider und Hüte als die normalen Putzfrauen und die einfache Schicht. Außerdem war es eben auch sehr teuer, sich eine entsprechende Kleidung zu leisten. Unsere Mütter und Väter im Glauben haben erstens gesagt: Wir wollen die Unterschiede der gesellschaftlichen Schichten nicht in der Gemeinde dokumentieren und zweitens möchten wir das Geld, das wir für den "Putz" ausgeben - so hieß das damals -, lieber für das Reich Gottes einsetzen. Als diese Füllung verlorenging, und man nur noch die Kleiderfrage und die Haartracht über lieferte, da war es natürlich zum Gesetz geworden. Jüngere Leuten wußten nicht mehr, warum sie denn die fleischfarbenen Strümpfe nicht tragen durften. Und warum auch keinen Bubikopf? Das hat viele Leute in ihrem Glauben sehr belastet. Und ich nehme es als Beispiel dafür, daß wir als Elterngeneration es manchmal nicht geschafft haben, Traditionen von ihrem geistlichen Inhalt und von ihrem geistlichen Recht her zu füllen und der nachwachsenden Generation verständlich zu machen.

Zu 4.5 Wenn es um die Fragen der Ethik geht, der gesellschaftlichen Ethik wie der Individual- und Sexualethik, dann merken wir, wie wir auch als Eltern auf den Prüfstand kommen, und daß wir dann eben auch Argumente brauchen, die wir unseren nachfragenden Kindern weiterzugeben haben. Die Erfahrungen der Eltern werden für die jungen Christen um so eher wichtig, als sie ehrlich weitergegeben und nicht als verbindliche Normen zur Verpflichtung gemacht werden. Ich lege im Moment das Schwergewicht auf Ehrlichkeit. Eigentlich waren unsere Väter oder wir in der Gemeindegeschichte immer Helden. Nur komisch, daß es keine Heldensagen bei uns gibt. Mein Großvater hatte an dem Tod seiner Frau unendlich zu knacken. Er war sonst ein so fröhlicher und gewisser Zeuge seines Herrn und hatte anderen immer gesagt, daß es keinen Abschiedsschmerz geben muß, weil wir uns ja im Himmel wiedersehen und die Toten beim Herrn sind - das hat er alles gewußt. Trotzdem hat er dann selber gemerkt, wie schmerzlich das Abschiednehmen ist. Es ist wichtig, daß wir von solchen Zeiten unserer fragenden Generation, zum Beispiel Schwierigkeiten in unserer eigenen Ehe oder in unserer eigenen Glaubensgeschichte, ehrlich berichten können.

Die biblische Lehre in der Gemeinschaft einer Kleingruppe kann vor der Absolutierung einzelner Erkenntnisse bewahren. Noch ein wertvoller Aspekt biblischer Lehre in der Kleingruppe!

Es gibt manche biblische Bücher, zu denen wir eine große Nähe haben, und manche Texte, die uns immer noch fremd geblieben sind, obwohl wir vielleicht schon 30, 40, 50 Jahre die Bibel lesen. Aber deswegen werden wir doch diese Texte nie aus der Bibel herausreißen und die Bibel dadurch verkleinern. Denn es passiert mir plötzlich im Bibelgespräch, daß einer mir hilft, einen Zugang zu einem Text zu finden, den ich bisher nie begriffen habe oder der für mich auch gar nicht so wichtig war, wie ich meinte. Aber ein anderer hat mit diesem Text seinen Glauben bewährt. Es ist ja bekannt, daß in Zeiten der Verfolgung und der Unterdrückung die Offenbarung des Johannes immer ein besonders wichtiges Buch gewesen ist. Die Offenbarung kann Jahrzehnte und Generationen nicht gelesen und kaum ausgelegt werden, und plötzlich ist es das Buch zur Stunde. Ich denke, wir merken im Bibelgespräch mit anderen Christen, daß deren Zugang zur Bibel mir hilft, meine Zugänge zur Bibel ganz neu zu entdecken.

Zu 4.6 In diesen Sätzen habe ich etwas Zentrales für uns Freikirchler zum Ausdruck gebracht, nämlich, daß Theologen kein Monopol der Schriftauslegung beanspruchen dürfen. Wir lassen uns zwar gerne auch durch die Theologen anleiten, richtig zu lesen: Was steht denn nun wirklich da? Und wie ist das gemeint, was da steht? Wir lassen uns auch anleiten, richtig zu gewichten, aber wir schätzen als Freikirchler doch immer die geistliche Kompetenz unserer Schwestern und Brüder ohne theologische Ausbildung hoch ein.

Davon lebt doch jedes Bibelgespräch, daß Schwestern und Brüder ihre geistliche Kompetenz in der Kommentierung und Auslegung zu biblischen Texten weitergeben. Daran wollen wir festhalten, das wollen wir ausbauen. Wir wollen hier nicht Entwicklungen fördern, daß nur noch bestimmte Leute das Recht haben, die Bibel auszulegen. In unseren freikirchlicher Gemeinden sollten immer auch Leute predigen dürfen, die nicht als Pastorinnen oder Pastoren ordiniert sind; das halte ich für ein ganz wichtiges Privileg. Bitte solche Leute nicht nur in Krankheits- oder Urlaubszeiten einsetzen, sondern sie pflegen und fördern.

Zu 4.7 Solche Art des Umgangs mit der Bibel kennt ihr leidvoll aus euren Gruppen. Ihr wißt, wie schwierig das manchmal ist, wenn wir mit Spezialisten in Fragen der Erwählungslehre oder des tausendjährigen Friedensreiches zusammensitzen und sie nichts anderes an sich heranlassen wollen als das, was sie erkannt haben. Hier braucht es das Gegengewicht durch die Schwestern und Brüder, die zu dieser Stelle in der Schrift die Erkenntnis gewonnen haben.

Zu 4.8 Ich denke, die Gemeindeleitung, der Pastor und die Ältestenschaft haben hier die Verantwortung, es nicht zu einem Fehlwuchs, zu Fehlentwicklungen und zu krankhaften Entwicklungen kommen zu lassen, sondern darauf zu achten, daß das Wort Christi in seinem ganzen Reichtum in der Gemeinde ein Zuhause hat.

Zwei Beispiele: Da verabreden wir als Gemeinde ein Jahresthema und verständigen uns miteinander, für ein Jahr das Thema "Gottesdienst" zu entfalten. Wir geben also das Thema in alle Gesprächsgruppen, in alle Hauskreise und GBS-Gruppen. Und wir arbeiten für das erste halbe Jahr zu biblischen Texten am Thema "Gottesdienst". Dann treffen wir uns und tauschen aus, was uns zu diesem Thema wichtig geworden ist. Wie geht es jetzt weiter? Wie gestalten wir die zweite Halbzeit?

Oder aber wir bestimmen, daß das Markusevangelium oder das Lukasevangelium das Jahresevangelium für uns als Ortsgemeinde sein soll. Wir tun das als Gemeindeleitung gemeinsam mit den Mitarbeitern der Gemeinde. Wir können auch das Programm der GBS-Hefte vorstellen und sagen: Für nächstes Jahr sind folgende biblische Bücher und folgende Themen angekündigt. Nun wäre es doch ein ganz großer Gewinn, wenn wir das nicht einfach vorsetzen, sondern wenn wir als Gemeindeleitung die Gemeinde vorbereiten und sagen: Wir wollen ganz bewußt diese Thematik im kommenden Jahr zu einem Thema für die Gemeinde machen und dabei auf die Querverbindungen achten. Damit ist zum Beispiel die persönliche Begleitung der Mitarbeiter im Lehr- und Verkündigungsdienst gemeint, ihre seelsorgerliche Begleitung. Mitarbeiter brauchen Zuspruch und Begleitung, damit sie weitermachen können.

Zu 4.9 und zu 4.10 Ich möchte mit der These 4.9 sicherstellen, daß die Arbeit in Jer Kleingruppe niemals in Konkurrenz zur Gesamtgemeinde geschieht. Ich glaube nämlich, daß biblische Lehre als Evangelium immer eine Konzentrationsbewegung verursachen wird. Manchmal glaube ich, daß wir als freikirchliche Christen heute diese Konzentration sehr brauchen, sonst verzetteln wir uns im Vielerlei und allem möglichen Allerlei.

Das Evangelium von Jesus Christus ist eine Konzentrationsbewegung, die uns auf ihn, den Herrn der Gemeinde und wiederkommenden Herrn dieser Welt, offen ausrichtet. Und wenn in der Kleingruppe diese Konzentration geschieht,

dann wird sie vor einer ungesunden Eigendynamik bewahrt, in der sich alle Leute nur um sich selber drehen. Diese Konzentrationsbewegung durch das Evangelium Jesu Christi tut uns gut, die tut Kleingruppen gut, die tut einer Gemeinde gut.

Abschließend betone ich, daß gesunde Lehre zu gesundem geistlichen Wachstum führt. Das wird immer daran erkennbar, daß in der Kleingruppe wie in der Gemeinde die Dimension der Sendung ernst genommen und umgesetzt wird. Der Auftrag Jesu zu lehren ist Teil des Missionsbefehls. Und das sollten wir nicht vergessen.

[ 1 ] Tonbandabschrift eines Referat von Direktor Edwin Brandt, das er am 8. März 1997 auf der Jubiläumskonferenz der Gemeindebibelschule in Gießen hielt.

 

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Edwin Brandt
Direktor des Theologischen Seminars Elstal
Johann-Gerhard-Oncken-Straße 7
D-14627 Elstal

 

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Zuerst veröffentlicht in der Zeitschrift "Blickpunkt Gemeinde", Kassel: Oncken-Verlag, ; Nr. 2/98, S. 15-27
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