Aus der Geschichte der Brüdergemeinden in Japan



Die Anfänge um 1920

Der Anfang der Brüdergemeinden in Japan liegt schon fast 60 Jahre zurück. Damals dozierte ein Professor Smith aus London an einer Universität in Tokio. Er verkündigte in seiner Umgebung das Evangelium, wodurch ein erstes Zeugnis entstand. Als jedoch im Jahre 1923 ein schweres Erdbeben die Hauptstadt Japans heimsuchte, fand dieses Bemühen ein jähes Ende.

Später reiste der Samurai (japanischer Ritter) Kasamatsu aus Ikahoo (Mitteljapan) nach San Franzisko in Amerika, wo er Bruder Ironside kennenlernte und sehr beeindruckt war von der Art der dortigen Mahlfeier. Als Herr Kasamatsu wieder in seiner Heimat angekommen war, führte er den Studenten Sukiyama in Tokio zum Herrn. Samurai Kasamatsu kehrte nach Ikahoo zurück, während der gläubig gewordene Student gute Fortschritte in der Nachfolge Jesu machte. Später als Augenarzt führte er einige seiner Patienten zum Glauben an den Herrn Jesus. Zwei sind davon zu nennen: Bruder Fujimoto und Bruder Misuno, beide jetzt um 76 Jahre alt. Sie haben sich während dieser vielen Jahre als treue Christen bewährt.

Widerstand und Gemeindewachstum

In Bruder Sukiyamas Haus fanden auch die wöchentlichen Anbetungsstunden statt. Etwa 12 bis 14 Personen nahmen daran teil. Doch kam es dann auch zu Verfolgungen. Bruder Hewitt aus England, der missionarisch tätig war, erlitt um das Jahr 1930 den Märtyrertod.

1931 kam ein gläubiger Drogist, Robert Wright, von Nordirland nach Japan und lebte zunächst in der Stadt Kobe. Ein weiterer Ausländer, namens Hay aus Kanada, gesellte sich zu ihm. Letzterer wollte in Japan die Sprache erlernen, um in Formosa, wo seinerzeit japanisch gesprochen wurde, als Missionar tätig zu sein. Beide vereinten sich, um eine Mahlfeier in Englisch zu halten, ohne zu wissen, daß in Tokio bereits eine Brüderversammlung bestand. Sie erfuhren erst davon, als der oben erwähnte Bruder Fujimoto von Tokio sie besuchte. Aber auch in Kobe sollte es bald zu einer solchen Zusammenkunft kommen, und zwar in japanischer Sprache. Es wohnte an demselben Ort ein weiterer gläubiger junger Mann mit Namen Ishihama, der seinen Beruf als Zahnarzt ausübte. Sie schlossen sich zusammen; so gab es fortan auch eine Brüdergemeinde in Kobe. In der Stadt Osaka brauchte der Herr einen weiteren Bruder, um dort eine Gemeinde zu gründen. Er hieß Kitamoto und war bis vor kurzem, als der Herr ihn heimrief, als Evangelist tätig.

Der 2. Weltkrieg und seine Folgen

Der Zweite Weltkrieg kam, und mit ihm wurde auch das konsequente Stehen im christlichen Glauben erschwert. Sowohl Bruder Fujimoto als auch Bruder Kitamoto waren für mehrere Jahre der Freiheit beraubt. Bruder Wright aus Nordirland wurde interniert und später in die Heimat zurückgeschickt. Nach Beendigung des Krieges, als sich viele Türen für die Missionsarbeit öffneten, kamen neue Mitarbeiter von auswärts hinzu; aber auch japanische Brüder stellten sich in den vollzeitlichen Dienst. Zusammen mit den einheimischen Brüdern, vollzeitlich oder nebenberuflich, gab es ein segensreiches Wirken unter dem japanischen Volk.

Missionare aus den deutschen Brüdergemeinden

Nach rund 100jähriger protestantischer Mission in Japan begann um 1950 mit dem bisherigen China-Missionar Heinrich Ruck die missionarische Mitarbeit der "Brüder" aus Deutschland. Bald darauf folgten weitere Missionare, die z. T. inzwischen ihren Dienst wieder beendet haben. Heute sind aus den deutschen Brüdergemeinden noch die Missionarsfamilien Christian Stöcker - über Wiedenest - in Karuizawa und Gotthold Beck - über Dillenburg - in Tokio in langjähriger Arbeit tätig.

Die Schar der Gläubigen und auch die Zahl der Versammlungsorte wuchs. Zuerst langsam, dann aber doch erfreulich rasch, so daß wir heute (1981) über 90 Brüdergemeinden im ganzen Lande zählen. Nachdem der Herr im vergangenen bzw. diesem Jahr zwei unserer japanischen Evangelisten heimgerufen hat, sind es jetzt noch 13 Brüder, die vollzeitlich im Dienst stehen. Außerdem gibt es viele einsatzfreudige Brüder und Schwestern, die helfen, unter den etwa 117 Millionen Japanern im Lande der aufgehenden Sonne die gute Botschaft weiterzusagen.

(c) 1981 C. Stöcker, Karuizawa



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Copyright (C) 1981 by C. & A. Stöcker. Alle Rechte vorbehalten
Zuerst erschienen in der Zeitschrift der Brüdergemeinden "Die Botschaft", Nr. 12/1981
Dieses Papier ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt.
URL: http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/texte/bg_japan.html
Ins Netz gesetzt am 07.09.2004; letzte Änderung: am 07.06.2016

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