Aus der Geschichte der Brüdergemeinden in Argentinien

100 Jahre Brüdergemeinden in Argentinien 1882 - 1982


Gegen 1880 wagte das alte, große - von den Eroberern Pedro de Mendoza und Juan de Garay gegründete - Dorf den Sprung nach vorne. Eine klare politische Grundlage nach der Revolution der achtziger Jahre sichert den endgültigen Frieden zwischen den Provinzen und der Nation. Der Kongreß veröffentlicht das Gesetz, wonach Buenos Aires zur Hauptstadt Argentiniens erklärt wird. Gleichzeitig beginnt auch der Bau des Hafens von Buenos Aires, an dem die Firma Thomas Walker teilnimmt. T. Walker bemüht sich, das Evangelisationswerk in Argentinien auszubreiten. Inzwischen erläßt Präsident Julio A. Roca die wichtigen Gesetze: Nr. 1420 zur allgemeinen Erziehung, am 8. Juli 1884 Einrichtung des Zivilregisters, anschließend 1888 die des Standesamtregisters. An der Ausarbeitung dieser Gesetzgebung nahm unser Bruder Paul Besson teil.

Unter dem Motto »Frieden und Verwaltung« beginnt im Lande eine Zeit des Fortschritts und der Einwanderung, mit ca. 40.000 allein im Jahr 1880. 1887 zählt Buenos Aires über 430.000 Einwohner, davon mehr als die Hälfte Ausländer.

Henry Ewen, geboren 1855 in Westengland, schon mit 14 Jahren gläubig, zeichnete sich durch einen klaren Missionarssinn aus. Gott wies ihm in seinen Jugendjahren den Weg nach Argentinien, indem er der Aufforderung eines Großgrundbesitzers aus der Provinz Buenos Aires folgte, um das Evangelium zu verkündigen. Seit seiner Ankunft 1882 begann Ewen das Missionswerk mit sporadischen Reisen nach Montevideo (Uruguay), wo er ebenfalls ein Missionswerk begann. Mit geschwächter Gesundheit verläßt er Buenos Aires im Dezember 1883 in Richtung Falklandinseln, wo er sich in einem Schulgebäude weiter als Evangelist betätigt. Zurück in England reist er 1887, diesmal mit Frau und Sohn, nach Argentinien. Er beginnt auch Evangelisationen mit Bibelwagen, und seine Tätigkeit zieht viele argentinische Brüder mit ins Missionswerk. Bei anhaltender schlechter Gesundheit reist er zurück nach England, wo der HErr ihn am 26. 4. 1924 im Alter von 69 Jahren abruft.

In den letzten Achtzigerjahren kamen viele Missionare nach Argentinien, die heute in den Gemeinden in dankbarer Erinnerung sind.

Von diesen blieb Carlos Torre in der Stadt Buenos Aires, zunächst als Angestellter der Eisenbahn, später im Bauunternehmen der Firma Walker im Hafen von Buenos Aires, jedoch unermüdlich im Werk des HErrn. Seiner Initiative ist die erste Gemeinde in Buenos Aires zu verdanken, die heute ihren Sitz in der Straße Brasil 1750 Buenos Aires hat. Er rief auch das erste Kinderheim in der Vorstadt Quilmes ins Leben, war erster Herausgeber evangelistischer Literatur mit der ersten Druckerpresse, die später allen Gemeinden zugute kam, wohlbekannt als »Evangelische Druckerei Quilmes«. Er stand auch im Dienst der Bibelgesellschaft.

Wilhelm Payne, ein Mann Gottes mit liebenswürdigen, aber entschiedenen und dynamischen Charakterzügen, war landweit bekannt und Pionier der Evangelisation, ebenfalls in Bolivien, wo er mehrfach verfolgt wurde und sein Leben nur durch Gottes Hilfe verschont blieb. Bruder Payne war ein vielseitig begabter Bruder, mit viel Bescheidenheit und Hingabe, ein großer Evangelist, aber auch unermüdlich in seinen Reisen auf Mauleseln durch das Innere des Landes, wo er selbst für das leibliche Wohl der Anwesenden an den Versammlungen sorgte. Mehrfach reiste er ins Ausland, um über seine Tätigkeit zu berichten, da er in Argentinien praktisch ständig unterwegs war. Sein Tätigkeitsradius waren die Provinzen Buenos Aires, Córdoba und später Bolivien. Er starb in Santa Cruz, Bolivien, am 4. 6. 1924 im Alter von 54 Jahren.

Die gesegnete Arbeit vieler Gottesmänner sehen wir heute nicht nur an der großen Zahl bestehender Gemeinden (ca. 400), sondern auch in der umfangreichen Tätigkeit der Gläubigen im ganzen Land: evangelistische Literatur - heute mit mehr als 100 Zeitschriften und Veröffentlichungen, Kinderheime in Buenos Aires, Rosario und Córdoba, Radioevangelisation auf verschiedenen Sendern mit Übertragungen im ganzen Land, Bibelschulen, Indianermission - darunter die Mission Lalguna Yacaré, Freizeitheime usw.

Darüber hinaus aber auch Primar- und Sekundarschulen mit gläubigem Lehrpersonal - die größte davon mit über 2000 Schülern - Kindergärten, Tagesstätten und schließlich auch Landesschulen in Grenzzonen für Minderbemittelte.



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Ins Netz gesetzt am 26.04.2005; letzte Änderung: 27.03.2006
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